Moody’s belässt Einstufung von Frankreichs Bonität gleich

24.10.2026 • 00:20 Uhr
Moody's belässt Einstufung von Frankreichs Bonität gleich

Die US-Ratingagentur Moody’s belässt die Einstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs unverändert – damit liegt die Bewertung weiterhin bei Aa3 mit negativem Ausblick. Moody’s erklärte am Freitag, dass “das Rating Aa3 von der Annahme ausgeht, dass ein Haushalt für 2027 verabschiedet wird, der das Defizit senkt, während sich die Finanzierungskosten und die sozialen Spannungen in den kommenden Monaten in Frankreich etwas abschwächen werden”.

Eine Herabstufung war allgemein erwartet worden, wodurch die Bewertung der Bonität Frankreichs auf das Niveau der anderen großen Agenturen Fitch und S&P gesunken wäre. Moody’s verwies darauf, dass die Erklärung vom Freitag keine Ratingmaßnahme darstelle “und keinen Hinweis auf die Wahrscheinlichkeit einer Ratingmaßnahme in naher Zukunft gibt”. Premierminister Sébastien Lecornu äußerte sich erleichtert. Die unveränderte Bewertung der Bonität Frankreichs durch Moody’s widerlege “die pessimistischen Prognosen”.

Frankreich gehört zu stärksten verschuldeten EU-Ländern

Frankreich steht finanziell so schlecht da wie lange nicht. Die Regierung rechnet für das kommende Jahr mit einer Gesamtverschuldung in Höhe von 121,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Gemessen an der Wirtschaftsleistung gehört Frankreich zu den am stärksten verschuldeten EU-Ländern. Die Zinslast beläuft sich im laufenden Jahr auf fast 80 Milliarden Euro.

Lecornu versucht derzeit, den Haushalt für 2027 im Parlament zu verabschieden. Für die angestrebten Ausgabenkürzungen in Höhe von 43 Milliarden Euro fehlt ihm bisher aber die Mehrheit. Und auch diese Einsparungen würden das Staatsdefizit Frankreichs nur auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung senken – deutlich mehr als die für EU-Mitglieder geltende Obergrenze von drei Prozent.

Frankreich wird derzeit außerdem von einer Protestwelle erschüttert. Am vergangenen Wochenende war es am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu massiven Ausschreitungen gekommen. Tausende Geschäfte wurden geplündert, Rathäuser und Polizeistationen angegriffen und Gebäude in Brand gesetzt. Für Samstag sind weitere landesweite Proteste angekündigt.