Mord an Lehrer Paty: Mitverantwortlicher erneut verurteilt

Ein wegen seiner Rolle bei der Ermordung des französischen Lehrers Samuel Paty verurteilter Tschetschene ist wegen Verstoßes gegen seine Aufenthaltsauflagen erneut zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ein Gericht im französischen Senlis verhängte am Montag im Schnellverfahren ein Jahr Haft gegen Azim Epsirkhanov. Der 25-Jährige hatte dem späteren Täter das bei dem Mord verwendete Messer besorgt. Paty war 2020 von einem Islamisten erstochen und enthauptet worden.
Nach dem Urteil in dem Berufungsverfahren im März 2026 war Epsirkhanov im April aus der Haft entlassen worden. Bis zu seiner geplanten Ausweisung aus Frankreich musste er bei seiner Lebensgefährtin im Département Hauts-de-Seine bei Paris bleiben und sich zweimal täglich bei der Polizei melden. Am Freitag wurde er jedoch auf dem Parkplatz des Freizeitparks Parc Astérix im Département Oise kontrolliert.
Vor Gericht erklärte Epsirkhanov am Montag, er habe die Auflagen “fehlinterpretiert” und nicht verstanden, dass er das Département Hauts-de-Seine nicht verlassen dürfe. Die Staatsanwaltschaft erklärte dagegen, Epsirkhanov habe das Département bereits achtmal verlassen, teils auch nachts. “Angesichts der Persönlichkeit des Angeklagten bereitet uns die Frage Sorgen, was er eigentlich im Parc Astérix zu suchen hatte”, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft.
Geschichtslehrer zeigte Mohammed-Karikaturen
Epsirkhanov war 2024 zunächst wegen Beihilfe zum terroristischen Mord an Paty zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Im Berufungsverfahren wurde der Tatvorwurf im März 2026 herabgestuft und die Strafe auf sieben Jahre reduziert. Er bestritt stets, von den Mordplänen des Täters Abdoullakh Anzorov gewusst zu haben.
Der Geschichtslehrer Paty war im Oktober 2020 von dem 18 Jahre alten islamistischen Angreifer erstochen und enthauptet worden, nachdem er im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. Der Fall hatte in Frankreich eine Schockwelle ausgelöst.