Munitionsteile verursachten Waldbrand in Niederösterreich

07.08.2026 • 13:00 Uhr

Ein Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden am Steinfeld (Bezirk Neunkirchen) soll durch Munitionsteile aus dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst worden sein. Der enthaltene Phosphor dürfte sich selbst entzündet haben, wie laut Polizei “mit hoher Wahrscheinlichkeit” ermittelt wurde. Der Brand hatte sich am Mittwoch auf über 100 Hektar ausgedehnt. Die Bekämpfung von Glutnestern wird voraussichtlich noch einige Tage dauern. Am Freitag waren 220 Helfer bei Nachlöscharbeiten im Einsatz.

Im Rahmen der Erhebungen durch den Bezirksbrandermittler wurde die Stelle, von der das Feuer ausgegangen war, auf rund einen halben Hektar eingegrenzt, teilte die Polizei am Freitag mit. In diesem Bereich befand sich früher eine Munitionsfabrik, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengt wurde. Dabei wurde phosphorhaltige Munition im Gelände verteilt. Diese dürfte sich aufgrund jahrelanger Witterungseinflüsse zersetzt haben. Tritt der freigelegte Phosphor mit Luftsauerstoff in Kontakt, kommt es zu einer chemischen Reaktion und zur Selbstentzündung, wurde erläutert.

Appell an Schaulustige, sich vom Einsatzgebiet fernzuhalten

Der Brand war am Mittwochnachmittag ausgebrochen, in den Abendstunden konnte er unter Kontrolle gebracht werden. Mehr als 550 Feuerwehrmitglieder mit Dutzenden Fahrzeugen und mehrere Hubschrauber standen bei den Löscharbeiten im Einsatz. In der Nacht auf Freitag konnten laut Bezirkskommando “große Fortschritte” in der Bodenbrandbekämpfung erzielt werden.

Am Freitag wurden Glutnester nach wie vor mittels Drohne aufgespürt und abgelöscht. Nach einem Tausch der Einsatzkräfte in der Früh wurden die örtlichen Helfer von zwei Katastrophenhilfsdienst-Zügen sowie dem Sonderdienst Waldbrand unterstützt. Der Betrieb der Löschhubschrauber konnte mit 8.00 Uhr eingestellt werden. Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas dankte den Piloten und dem Sonderdienst Flugdienst, die “in den vergangenen zwei Tagen Unglaubliches geleistet haben”. Ein Ende des Einsatzes war vorerst nicht absehbar.

Die Feuerwehr appellierte an Schaulustige, sich vom Einsatzgebiet fernzuhalten: “Ihr gefährdet damit die Einsatzkräfte und euch selbst.” In dem Gebiet seien tonnenschwere Feuerwehrfahrzeuge unterwegs, außerdem “sind die Föhren teilweise im Stamm durchgebrannt und können jederzeit umstürzen”, wurde gewarnt.