Nach Schuss durch ICE-Beamten: Vorwürfe gegen Migranten

29.09.2026 • 21:20 Uhr
Nach Schuss durch ICE-Beamten: Vorwürfe gegen Migranten

Ein Mann, der kürzlich in der texanischen Großstadt Austin von einem Beamten der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE angeschossen worden ist, sieht sich nun selbst mit Anschuldigungen konfrontiert. Dem Venezolaner wird unter anderem Körperverletzung eines Bundesbeamten vorgeworfen, wie das US-Justizministerium mitteilte. Er soll sich bei einer Kontrolle durch ICE-Beamte vor knapp eineinhalb Wochen Anweisungen widersetzt haben, aus seinem Auto auszusteigen.

Beim Wegfahren soll er dann einen der Beamten mit dem Seitenspiegel seines Fahrzeugs am Oberkörper getroffen haben. Dem 28-Jährigen wird zudem vorgeworfen, bei einer darauffolgenden Verfolgungsjagd versucht zu haben, einen der Beamten mit seinem Auto zu rammen. Das wiederum habe den Beamten dazu bewegt, seine Pistole abzufeuern, hieß es.

Der Venezolaner hält sich laut dem Justizministerium ohne gültige Aufenthaltspapiere in den USA auf und sollte abgeschoben werden. An diesem Dienstag erschien er demnach wegen des Vorfalls in Austin erstmals vor einem Gericht in Texas. Im Fall einer Verurteilung drohten ihm bis zu 20 Jahre Haft, teilte das Justizministerium mit.

Kritik am Vorgehen von ICE

Der Vorfall hatte in den USA für Aufsehen und Kritik gesorgt – in einer Zeit, in der die teils brutalen Einsätze der von US-Präsident Donald Trump massiv verstärkten Behörde im Land ohnehin für viel Unmut sorgen. Eine Kugel des ICE-Beamten hatte sich laut dem Sender CBS News nahe der Wirbelsäule des Venezolaners festgesetzt und war Stand vergangener Woche noch nicht entfernt worden. Aktuell befindet sich der Mann demnach in einer ICE-Haftanstalt in Texas.

Trump rühmt sich gerne mit seinem sehr harten Kurs gegen Migranten: Er fordert Massenabschiebungen und setzt dabei vor allem auf die umstrittene Bundesbehörde ICE, deren Beamte Razzien und Festnahmen übernehmen. Besonders viel Kritik und landesweite Proteste gab es Anfang des Jahres, nachdem Schüsse von Bundesbeamten im US-Staat Minnesota zwei US-Amerikaner getötet hatten.