Neo-Chef Neubert setzt in Grafenegg auf “Kontinuität”

Liebgewordene Traditionen weiterführen, Kontinuität ohne Brüche und Balance zwischen Vertrautem und Neuem schaffen will Johannes Neubert, der als neuer künstlerischer Leiter des Grafenegg Sommers am Mittwoch in Wien sein Programm für die Saison 2027 vorgestellt hat. Geplant sind 48 Veranstaltungen mit über 80 internationalen Mitwirkenden von 17. Juni bis 5. September.
Erstmals ist der Sommer in Grafenegg dreiteilig strukturiert. Die Sommerklänge (17. Juni bis 17. Juli) inklusive der traditionellen Sommernachtsgala (17./18. Juni) bestreitet ausschließlich das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Von 24. Juli bis 7. August folgt “Im Herzen Europas” als neues Format in Kooperation mit dem European Union Youth Orchestra (EUYO), in dem Musiker aus 27 EU-Staaten vertreten sind. Am 13. August wird das Grafenegg Festival mit einer semi-konzertanten Aufführung von Dvoraks “Rusalka” eröffnet.
Gastspiele renommierter Klangkörper wie Wiener Philharmoniker, Royal Concertgebouw Orchestra, London Symphony Orchestra oder Tschechische Philharmonie sind ebenso vorgesehen wie Auftritte von Persönlichkeiten wie Martha Argerich, Daniel Barenboim, Andris Nelsons und Daniil Trifonov. Neuberts Vorgänger Rudolf Buchbinder, der sich zum Zeitpunkt der Pressekonferenz auf Chinatournee befand, wird als Festivalpräsident sowie auch bei vier Konzerten weiterhin präsent sein.
Mikl-Leitner betont wirtschaftliche Wertschöpfung
Das Grafenegg Academy Orchestra mutiert unter der Leitung von Vladimir Jurowski zum Grafenegg Festival Orchestra. Weitergeführt wird auch der Workshop “Ink Still Wet”. Als Composer in Residence wird der jüngst 90 Jahre alt gewordene Steve Reich erwartet, von dem insgesamt 19 Werke zur Aufführung gelangen.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betonte u.a. die wirtschaftliche Wertschöpfung aus Kunst und Kultur. Mit Neubert, der schon als operativer Geschäftsführer in den ersten Jahren des Festivals tätig war und über internationale Erfahrung verfüge, habe man “nicht die Katze im Sack gekauft”, so Mikl-Leitner. Neubert bezeichnete Grafenegg als “Oase für die Musik”, das Festival mit seinem einzigartigen Ambiente schaffe nicht zuletzt Wohlbefinden.
Die Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft m.b.H. ist eine Public-Private Partnership der NÖ Kulturwirtschaft mit der Familie Metternich-Sandor sowie den Marktgemeinden Grafenegg und Grafenwörth. Dem Standort stehen insgesamt 13,18 Millionen Euro Jahresetat zur Verfügung, davon steuert das Land NÖ 6,99 Millionen Euro bei, 5,91 Millionen Euro bringt die Gesellschaft selbst auf.
(S E R V I C E – Grafenegg Sommer 2027: Sommerklänge, Im Herzen Europas und Grafenegg Festival. 17. Juni bis 5. September. )