Netzgebühren für Gas steigen in Kärnten und NÖ um 20 Prozent

21.10.2026 • 13:50 Uhr

Die Netzentgelte für das Gasnetz steigen auch 2027 deutlich, am stärksten in Kärnten und Niederösterreich. Österreichweit erhöhen sich die Netzgebühren laut Verordnungsentwurf der E-Control um 7,2 Prozent, in Kärnten jedoch um 20,7 Prozent und in NÖ um 19,3 Prozent. In Niederösterreich ist es nach 30,6 Prozent 2026 und 19,4 Prozent 2025 bereits das dritte Jahr in Folge mit zweistelligem Kostenplus. Gründe für den Anstieg sind der rückläufige Transit und Verbrauch von Erdgas.

Auch im Burgenland steigen die Netzentgelte für Haushalte zweistellig, konkret um voraussichtlich 14,3 Prozent, gefolgt von Oberösterreich mit 8,9 Prozent. In der Steiermark beträgt das Gebührenplus 2,7 Prozent, in Wien und Vorarlberg je 2,0 Prozent und in Tirol 1,3 Prozent. Günstiger wird es 2027 nur im Bundesland Salzburg, wo die Netzentgelte um 1,9 Prozent sinken.

Jährliche Mehrkosten von bis zu 94 Euro für Musterhaushalt

Ein Musterkunde in Kärnten mit einem Jahres-Gasverbrauch von 15.000 Kilowattstunden (kWh) muss nächstes Jahr mit jährlichen Mehrkosten von bis zu 94 Euro rechnen. In Niederösterreich und dem Burgenland sind es um die 70 Euro jährlich, wie aus Beispielrechnungen der Regulierungsbehörde hervorgeht. In OÖ betragen die jährlichen Mehrkosten beim Gas-Netzentgelt bei 15.000 kWh rund 35 Euro. In den restlichen fünf Bundesländern sind die Unterschiede zu 2026 überschaubar, in Wien etwa sind es aufs Jahr gerechnet knapp 10 Euro mehr, in Salzburg um fünf Euro weniger.

Die Netzentgelte in Kärnten und dem Burgenland zählten schon vor dem neuerlichen Anstieg auf 3,7 und 3,8 Cent pro kWh zu den höchsten Österreichs. Auch in Wien sind die Netzkosten mit 3,3 Cent pro kWh überdurchschnittlich hoch. Im Mittelfeld bei ungefähr 2,7 bis 2,8 Cent pro kWh liegen Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Tirol. Am günstigsten sind die Gasnetz-Entgelte in Salzburg und Vorarlberg mit nur 2 Cent pro kWh.

Ausstieg aus Gas treibt Netzentgelte in die Höhe

Die Netzentgelte sind ein Teil der Gasrechnung und machen grob ein Drittel der Gesamtkosten aus, die anderen beiden Komponenten sind der reine Energiepreis – nur hier ist ein Lieferantenwechsel möglich – sowie Steuern und Abgaben. Die von den Netzbetreibern gemeldeten Netzkosten werden von der E-Control auf Angemessenheit überprüft und in Form von Netzentgelten auf die Kunden entsprechend ihres Verbrauchs aufgeteilt – wenn also immer mehr Unternehmen und Haushalte aus Erdgas aussteigen, verteilen sich die Netzkosten auf immer weniger Kunden.

Die Netzentgelte werden jährlich neu festgesetzt, die finale Verordnung in der Regel im Dezember veröffentlicht. Für das Stromnetz werden die Entgelte ebenfalls jährlich festgesetzt. Der Verordnungsentwurf für die Stromnetzgebühren 2027 wurde seitens der E-Control bisher noch nicht veröffentlicht, wird aber für die kommenden Wochen erwartet.