Neun Tote bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan
Bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan sind nach Angaben der dort herrschenden Taliban neun Menschen ums Leben gekommen. Elf weitere Menschen seien verletzt worden, teilte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid am Donnerstag auf der Social-Media-Plattform X mit. Die Taliban-Regierung verurteile den Angriff als Aggression. Man habe Terrorlager an zwei Orten im Nachbarland angegriffen, schrieb das pakistanische Informationsministerium auf der Plattform X.
Mujahid berichtete auf X, dass bei den nächtlichen Angriffen in den Provinzen Kunar und Helmand auch Frauen und Kinder getötet worden seien. Es seien drei Häuser zerstört worden. In der pakistanischen Stellungnahme hieß es hingegen, dass Terroristen getötet wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Vereinten Nationen haben nach pakistanischen Luftangriffen in der Vergangenheit mehrfach zivile Opfer festgestellt.
Konflikt zwischen Nachbarländern kocht neu hoch
Der Konflikt zwischen den Nachbarländern ist in den vergangenen Wochen wieder neu hochgekocht. Pakistan soll in der Vergangenheit die islamistischen Taliban unterstützt haben. Seit deren Machtübernahme in Kabul hat sich die Beziehung der Nachbarländer jedoch massiv verschlechtert. Islamabad wirft den Taliban nun vor, Terroristen zu unterstützen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul weist das zurück und spricht von inneren Problemen Pakistans.
Tatsächlich ist die Zahl der Terrortoten in Pakistan in den vergangenen Jahren – insbesondere in den Provinzen, die an Afghanistan grenzen – massiv gestiegen. Islamistische Gruppen sollen bei dem Abzug der US-Truppen aus Afghanistan moderne Waffen erbeutet haben, die sie nun in ihrem Kampf gegen den pakistanischen Staat einsetzen.
Pakistan reagiert auf die Gewalt mit Militärkampagnen im eigenen Land, sowie nach größeren Anschlägen seit Oktober 2025 auch immer wieder mit Luftangriffen in Afghanistan. Diplomatische Versuche, den Konflikt zwischen den Nachbarn beizulegen, gelten zunehmend als erschöpft.