ÖBB nehmen 300 zusätzliche Lehrlinge bis 2027 auf

Die ÖBB nehmen bis 2027 insgesamt 300 Lehrlinge mehr auf als ursprünglich geplant. Grundlage dafür ist ein vom Mobilitätsministerium zur Verfügung gestelltes Paket in Höhe von fünf Mio. Euro, das am Dienstag in St. Pölten präsentiert wurde. Mit dem Geld werden die ÖBB-Lehrwerkstätten in der niederösterreichischen Landeshauptstadt, in Wien, Graz und Linz erweitert. Außerdem fließen die Mittel u.a. in Lehrlingseinkommen, Arbeits- und Lernmittel sowie zusätzliche Ausbilder.
“Wir sind mitten im Generationenwandel”, sagte ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä. In den nächsten zwei Jahren stehen seinen Angaben zufolge “Spitzenwerte” bei den Pensionierungen im Unternehmen bevor. Pro Jahr suchen die Bundesbahnen rund 4.100 neue Beschäftigte, vor allem in eisenbahnspezifischen und technischen Berufen. Der Fachkräftebedarf könne überwiegend mit der eigenen Lehrlingsausbildung gedeckt werden, betonte Matthä bei dem Medientermin in der ÖBB-Lehrwerkstätte St. Pölten. Die Übernahmequote liege bei 80 Prozent.
2.300 Lehrlinge in 26 Berufen
Auf Basis des Pakets stehen von 2025 bis 2027 pro Jahr 100 Lehrplätze mehr zur Verfügung als ursprünglich geplant. Im vergangenen September wurden daher 760 neue Lehrlinge aufgenommen, dabei handelte es sich um einen Rekordwert. Die ÖBB sind mit derzeit insgesamt rund 2.300 Lehrlingen in 26 Berufen einer der größten Ausbilder in Österreich und der größte im technischen Bereich. Der Frauenanteil liegt hier bei 22 Prozent, bei den neuen Lehrlingen bei einem Viertel. Durchschnittlich erhalten die ÖBB pro Jahr 6.000 Bewerbungen für Ausbildungsplätze, sagte Matthä. Insgesamt werden jährlich 66 Mio. Euro in die Lehre investiert.
Mobilitätsminister Peter Hanke (SPÖ) bezeichnete das Paket als “starkes Zeichen” für die Lehre und gegen den Fachkräftemangel. Seine Parteikollegin, Arbeitsministerin Korinna Schumann, verwies auf die sinkende Anzahl an Ausbildungsbetrieben und Lehrlingen in den vergangenen Jahren in Österreich. Es gelte, die Lehre, die ein wesentlicher Schlüssel gegen den Fachkräftemangel sei, wieder attraktiver zu machen.