ÖBB planen Einsatz ausländischer Lokführer im Grenzverkehr

06.11.2026 • 16:35 Uhr
ÖBB planen Einsatz ausländischer Lokführer im Grenzverkehr

Die ÖBB planen, im grenzüberschreitenden Verkehr künftig auch nicht in Österreich angestellte Lokführerinnen und Lokführer einzusetzen. Aktuell wechseln Lokführer von ÖBB-Zügen üblicherweise an der Grenze. Im konkreten Fall, den die Gewerkschaft vida in einer Aussendung am Freitag kritisierte, geht es um Güterzüge aus Slowenien und Italien, bei denen künftig Triebfahrzeugführer aus ausländischen ÖBB-Töchtern bis in den Raum Villach weiterfahren sollen.

Thomas Pippan, Betriebsratsvorsitzender der Triebfahrzeugführer in Villach und Mitglied des vida-Landesvorstands, warnt vor einer schleichenden Verdrängung heimischer Beschäftigter durch konzerninterne Personalverschiebungen, hieß es in der Aussendung. Auf APA-Rückfrage erklärte er, aktuell gehe es um fünf Triebfahrzeugführer der ÖBB-Kroatien-Tochter, die jetzt ausgebildet werden, um im Bereich Villach eingesetzt zu werden. Pippan befürchtet: “Wenn der Spalt offen ist, werden das mehr werden. Das wollen wir verhindern.” Er sieht den Standort Villach gefährdet, die Gefahr von Lohndumping und Arbeitsplatzverdrängung.

Seitens der ÖBB wies eine Sprecherin die Darstellung, Arbeitsplätze in Villach seien gefährdet, zurück. “Weder Arbeitsplätze noch der Standort stehen zur Disposition. Vielmehr werden Ausbildungen internationalisiert und zusätzliche Kompetenzen für den grenzüberschreitenden Verkehr geschaffen”, hieß es in einer Stellungnahme. Künftig sei es möglich, dass entsprechend qualifizierte slowenische Kolleginnen und Kollegen internationale Züge über die Grenze hinweg führen, ohne dass ein Lokführerwechsel nötig sei, was die Planung erleichtere und grenzüberschreitende Verkehre effizienter mache. “Ein Abbau oder eine Verlagerung von Arbeitsplätzen in Villach ist damit nicht verbunden.”