ÖGK begrüßt in Kraft getretene neue Nikotinregeln

21.08.2026 • 12:46 Uhr
ÖGK begrüßt in Kraft getretene neue Nikotinregeln

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) hat die am Donnerstag in Kraft getretenen neuen Regelungen im Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz (TNRSG) begrüßt. Neue Nikotinprodukte wurden in die Bestimmungen aufgenommen und für das Wegwerfen von Tabakerzeugnissen und ähnlichen Produkten auf Spielplätzen für Kinder und Jugendliche drohen hohe Geldstrafen. Das ebenfalls beschlossene Verbot für den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten wird dagegen erst mit Jahresbeginn 2027 schlagend.

Mit der Novelle des TNRSG werden erstmals tabakfreie Nikotinerzeugnisse wie Nikotinbeutel, Nikotinzahnstocher oder Nikotinschnupfpulver ausdrücklich erfasst. Auch nikotinfreie Erzeugnisse, die Tabak- oder Nikotinerzeugnisse nachahmen, wie etwa bestimmte koffein- oder CBD-haltige Beutel, fallen nun unter die gesetzlichen Regelungen, was laut Gesundheitsministerium den Gesundheits- und Jugendschutz im Zusammenhang mit neuen Nikotin-Produkten stärkt.

“Neue Produkte und neue Konsumformen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nikotin stark abhängig macht. Es ist gleichermaßen schädlich, ob Nikotin über eine klassische Zigarette, eine E-Zigarette, einen Tabakerhitzer oder einen Nikotinbeutel aufgenommen wird: Für den Körper bleibt es ein Suchtstoff”, betonte Ulrich Radda, Facharzt für Pneumologie in der ÖGK, am Freitag in der Aussendung.

Auch Verdampfer belasten Atemwege

Besonders wichtig seien die neuen Regelungen mit Blick auf Kinder und Jugendliche. Aromen, modernes Produktdesign und die Wahrnehmung vieler neuer Nikotinprodukte als vermeintlich harmlose Alternative können die Einstiegsschwelle senken.

Rauchfrei bedeute zudem nicht automatisch risikofrei. “Bei vielen neuartigen Produkten fehlen uns noch Langzeitdaten über Jahrzehnte. Was wir aber bereits wissen: Auch beim Dampfen und Erhitzen werden Stoffe inhaliert, die die Atemwege belasten können. Wer seine Lunge bestmöglich schützen will, sollte weder rauchen noch dampfen”, sagte Radda.

Wegwerfverbot auf Spielplätzen

Mit 20. August wurde das Wegwerfen von Zigarettenstummeln oder Abfällen von verwandten Erzeugnissen auf öffentlichen Spielplätzen untersagt. Bei Missachtung der Bestimmungen drohen Verwaltungsstrafen in Höhe von bis zu 500 Euro, in Wiederholungsfällen bis zu 2.000 Euro.

Österreich liegt beim täglichen Tabakkonsum nach wie vor über dem EU-Durchschnitt. Dieser verursacht hierzulande jährlich rund 8.500 Todesfälle, berichtete die ÖGK. Ein Rauchstopp lohne sich in jedem Alter. Schon kurze Zeit nach der letzten Zigarette beginnen sich positive gesundheitliche Effekte zu zeigen. Langfristig sinkt insbesondere das Risiko für COPD, Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

(S E R V I C E – Weitere Informationen zum Thema Rauchstopp: – Kostenloses Rauchfrei-Telefon unter 0800-810-013)