Öllieferungen durch Straße von Hormuz nehmen zu

Öllieferungen durch die umkämpfte Straße von Hormuz nehmen zu. Derzeit flössen etwa 65 bis 70 Prozent der Ölmenge verglichen mit Vorkriegsniveaus durch die Meerenge, schrieb die der Energie-Datenanbieter Vortexa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Angabe fasst sämtliche Ölprodukte wie etwa Flüssiggas oder raffinierte Produkte – etwa Benzin – zusammen.
Im Vergleich zum Zeitraum vor dem Krieg flössen nun etwa 80 Prozent des unverarbeiteten Rohöls sowie Kondensate durch die Straße von Hormuz, hieß es weiter. Nach Angaben von Vortexa passieren somit derzeit im Wochendurchschnitt täglich 11,2 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge. Zuvor hatte das “Wall Street Journal” berichtet.
Die Analystin Amena Bakr vom Datenanbieter Kpler berichtete ebenfalls von einer Erholung der Ölexporte am Golf. Auf X schrieb sie, dass Kpler zentrale Produzenten des Nahen Ostens im September täglich 12,8 Millionen Barrel exportiert hätten. Im Februar seien dies noch 18,8 Millionen Barrel gewesen, schrieb sie weiter.
Vortexa: Shuttle-Flotte und Saudi-Arabien befördern Exporte
Der Iran hatte zu Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar die Straße von Hormuz durch Beschuss und Drohungen weitestgehend für die Durchfahrt gesperrt.
In den Daten der Firma, die der dpa vorliegen, ist ein klarer Anstieg der Energielieferungen seit Ende Juli erkennbar. Dies sei unter anderem auf einen Ausbau einer sogenannten “Shuttle-Flotte” zurückzuführen, hieß es. Analysten und US-Medien berichten von Tankern, die von der US-Marine geschützt in der Meerenge hin- und herfahren und so Öl von Verladestationen im Persischen Golf an wartende Tanker außerhalb verbringen. Auch eine Zunahme von Öllieferungen aus Saudi-Arabien befördere den Anstieg der Exporte, schrieb Vortexa. Dies spiegle eine Umlenkung von Lieferungen nach Schließung der Ost-West-Pipeline wider.