ÖRK macht auf Suchdienst nach Verschwundenen aufmerksam

28.08.2026 • 11:59 Uhr
ÖRK macht auf Suchdienst nach Verschwundenen aufmerksam

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) hat im Hinblick auf den Welttag der Verschwundenen am Sonntag (30.8.) auf seinen Suchdienst aufmerksam gemacht. Dieser forsche aktuell weltweit nach dem Verbleib von mehr als 505.000 Menschen, hieß es am Freitag bei einem Pressetermin in Wien. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz habe eine entsprechende Initiative gegründet, an der sich aktuell 117 Staaten – darunter Österreich – beteiligen würden.

Der Suchdienst – des ÖRK sowie des Internationalen Roten Kreuzes – helfe Menschen, vermisste Familienangehörige wiederzufinden, von denen sie aufgrund von bewaffneten Konflikten, Katastrophen oder durch Migration getrennt wurden, erklärte ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer am Freitag bei einer Pressekonferenz. Das Rote Kreuz sei oftmals “die einzige Organisation, die die Ungewissheit über den Verbleib von Menschen beenden kann, die hier Kontakte herstellen kann.”

Im Vorjahr 2025 habe der Suchdienst in Österreich mehr als 850 neue Fälle bearbeitet sowie 637 Menschen bei der Familienzusammenführung unterstützt, erklärte die Leiterin des Dienstes, Claire Schocher-Döring. “Jeden Tag arbeiten meine Kolleginnen und Kollegen daran, Schicksale zu klären, den Kontakt zwischen Angehörigen wieder herzustellen und Familien wieder zusammenzuführen.” Der Dienst stehe jedem Betroffenen in Österreich zur Verfügung.

Allein 266.000 Vermisste durch Ukrainekrieg

Mit dem Suchdienst-Netzwerk der weltweit 191 Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sei es gelungen, im vergangenen Jahr 1,5 Millionen telefonische Botschaften zu übermitteln, 86.000 Rotkreuz-Nachrichten zuzustellen, 37.100 Suchanfragen erfolgreich abzuschließen und 3.800 Familien wieder zusammenzuführen.

Trotzdem steige die Zahl der Verschwundenen. Allein im Rahmen von Russlands Krieg gegen die Ukraine seien 266.000 Menschen beim Roten Kreuz vermisst gemeldet. Mit Blick auf die über eine halbe Milliarde Menschen, die weltweit verschollen sind, betonte Schocher-Döring, dass dies die Spitze des Eisberges sei und nur jene umfasse, die dem Roten Kreuz bekannt sind. Nicht nur aktuelle Konflikte würden dabei eine Rolle spielen. Als Folge des Zweiten Weltkriegs würden zum Beispiel weiterhin 20.000 Menschen gesucht.

Um seine Arbeit zu machen, brauchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes “ein Mindestmaß an Sicherheit und Zugang in den jeweiligen Krisenregionen”. Aus diesem Grund poche man so auf die Einhaltung des humanitären Völkerrechts.