Österreich importierte 2025 wieder mehr Strom

Österreich hat 2025 wieder mehr Strom aus dem Ausland importiert. Im abgelaufenen Jahr wurden um 5.360 Gigawattstunden (GWh) mehr Strom aus Nachbarländern zugekauft als dorthin exportiert wurden, zeigt die Strombilanz des Übertragungsnetzbetreibers APG. Im Jahr davor war Österreich insgesamt noch Stromexporteur, nachdem die Stromproduktion im Inland, vor allem aufgrund der guten Wasserführung in den Flüssen, einen Rekord erreicht hatte.
Die Strombilanz verdeutliche die Volatilität der Erneuerbaren Energien, sagte APG-Vorstandssprecher Gerhard Christiner laut Aussendung. “Besonders in den Wintermonaten zwischen Oktober und Februar konnten wir die Versorgungssicherheit nur aufrechterhalten, weil die Gaskraftwerke auf Hochtouren gefahren sind und wir Strom aus unseren Nachbarländern importieren konnten.” Die hohen Zukäufe am Strommarkt würden zeigen, wie bedeutend “eine kapazitätsstarke und international vermaschte Netzinfrastruktur” sei.
Stromproduktion aus Wasserkraft 2025 deutlich geringer
Die Erneuerbare Erzeugung sank 2025 im Jahresvergleich um 19,1 Prozent auf 46.662 GWh. Die größten Rückgänge verzeichnete die Wasserkraft mit minus 24,8 Prozent auf 30.374 GWh. Gleichzeitig stieg der Stromverbrauch um 0,3 Prozent und wurde zu 78,9 Prozent durch erneuerbare Energie gedeckt.
Die durch die geringere Stromproduktion im Inland entstandene Lücke musste durch Pumpspeicher und Gaskraftwerke ausgeglichen werden. Die damit verbundenen Kosten für Redispatch-Maßnahmen beliefen sich 2025 auf 87,2 Mio. Euro.
“Der Jahresverlauf verdeutlicht, welche zentrale Bedeutung kalorische Kraftwerke nach wie vor bei der Absicherung der heimischen Stromversorgung spielen”, sagte Christiner. Um die Abhängigkeit von thermischen Kraftwerken zu verringern, sei daher ein “funktionierendes Gesamtsystem” bestehend aus ausreichend Kapazitäten in den Bereichen erneuerbare Produktion, Speicher, Netze und Digitalisierung notwendig.