Österreichs erster kommerzieller Satellit ins All gestartet

Österreichs erster kommerzieller Satellit ist erfolgreich ins All gestartet. Wie die Wiener Weltraumfirma Tumbleweed am Dienstag mitteilte, wurde der Satellit “Oasis Alpha” mit einer Falcon-9-Rakete des US-Weltraumunternehmens SpaceX vom Weltraumbahnhof Vandenberg (USA) aus in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht. An Bord befinden sich standardisierte Behälter – sogenannte “Pods” – mit Nutzlasten von vier europäischen Einrichtungen für Experimente in der Schwerelosigkeit.
Ziel von Tumbleweed ist es, Institutionen und Unternehmen Forschung in der Schwerelosigkeit schnell und unbürokratisch zu ermöglichen, ohne über Fachwissen in der Luft- und Raumfahrttechnik oder in Bezug auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften verfügen zu müssen. Dafür werden vorzertifizierte “Pods” verwendet, die von Kunden mit eigenen Experimenten gefüllt werden.
Satellit in neun Monaten gebaut
Als Technologiedemonstrator dafür wurde “Oasis Alpha” konzipiert und in neun Monaten gebaut. Bei der Gründung von Tumbleweed 2024 hätten alle gesagt, dass der Weg ins All unerreichbar sei, weil alles zu langsam, zu komplex und zu aufwendig sei, so Tumbleweed-Mitbegründer Guillaume Brault in einer Aussendung. “Wir haben Oasis Alpha gebaut, um das zu ändern.”
In den Behältern befinden sich Nutzlasten von Einrichtungen, die jeweils zum ersten Mal im Weltraum sind: Zu den Experimenten zählen etwa Biokatalyse-Versuche des Arzneimittel-Start-up Mass Balance mit ganzen Zellen im Weltraum, ein Test autonomer intelligenter Systeme durch die Technische Universität Delft oder die Untersuchung von Phasenübergängen durch das European Space Resources Innovation Centre (ESRIC).
Rückkehrfähigkeit als nächster Schritt
“Oasis Alpha” wurde mit einer sogenannten “Rideshare-Mission” gemeinsam mit Dutzenden anderen Satelliten ins All befördert. Mit dem Satelliten will Tumbleweed den Weg für “Oasis Beta” ebnen, eine derzeit in der Entwicklung befindliche Plattform der nächsten Generation mit Rückkehrfähigkeit zur Erde.
In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Satelliten von heimischen Universitäten und Einrichtungen für Forschungszwecke gestartet.
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