Pakistan bombardiert Ziele in Afghanistan

24.09.2026 • 11:14 Uhr

Die pakistanische Armee hat erneut Ziele in Afghanistan angegriffen. Dabei sind den afghanischen Taliban zufolge vier Zivilisten getötet worden. Nach Angaben des pakistanischen Informationsministers Attaullah Tarar vom Donnerstag richteten sich die Luftschläge gegen zehn Orte, an denen Drohnen gelagert und gestartet wurden. Einige dieser Drohnen seien am Mittwoch gegen Pakistan eingesetzt und von der Luftabwehr abgefangen worden, erklärte Tarar auf der Plattform X.

Tarar drohte der afghanischen Führung mit weiteren Maßnahmen: “Jede weitere provokative Handlung der afghanischen Taliban wird mit einer entschlossenen und entschiedenen Reaktion beantwortet.” Die Taliban wiesen hingegen den Vorwurf zurück, am Mittwoch Drohnen gegen Pakistan gestartet zu haben.

Der Sprecher der Taliban-Regierung, Sabihullah Mudschahid, erklärte, die Angriffe hätten in den Provinzen Kandahar, Paktia und Chost stattgefunden. Bei den pakistanischen Luftangriffen seien vier Zivilisten ums Leben gekommen, schrieb er auf X. Weitere Details zu Opfern oder Schäden nannte er nicht. Er sprach von einer “dreisten Aggression” Pakistans und stellte die Begründung Islamabads infrage. Zudem warnte er vor den Folgen: “Solche rücksichtslosen, unvorsichtigen und feindseligen Handlungen werden zweifellos den Zorn des afghanischen Volkes hervorrufen und nachteilige Konsequenzen für das pakistanische Militär haben.”

Konflikt eskaliert nach Terroranschlag

Die Sicherheitslage in Pakistan hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verschlechtert. Erst vergangenen Freitag waren bei einem Terroranschlag in der pakistanischen Stadt Kohat mindestens 22 Menschen getötet worden, darunter mehrere Angreifer. Die islamistische Koalition Ittehad-ul Mujahideen Pakistan bekannte sich zu dem Anschlag. Sie wird von einem Mann mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida angeführt.

Die Regierung in Islamabad wirft den Taliban in Afghanistan in dem Zusammenhang immer wieder vor, Terroristen zu beherbergen, die Anschläge in Pakistan verüben. Kabul weist die Vorwürfe zurück und spricht von internen Problemen Pakistans.

Der Konflikt zwischen den Nachbarländern war vor etwa einem Jahr offen ausgebrochen. Pakistan hat in der Folge seine Grenzübergänge zum Nachbarland geschlossen – mit schweren Folgen für die Versorgung mit Nahrungsmitteln und humanitären Gütern in Afghanistan. Ende Februar dieses Jahres erklärte Pakistans Verteidigungsminister dann einen “offenen Krieg” mit Afghanistan. Seither fliegt Islamabad vor allem nach Anschlägen in Pakistan immer wieder Angriffe gegen Ziele in Afghanistan.