Palfinger setzt auf Indien als Wachstumstreiber

Der börsennotierte Kranhersteller Palfinger will trotz geopolitischer Spannungen weiter wachsen und setzt dabei auch auf Indien. Das Unternehmen will rund 30 Mio. Euro im bevölkerungsreichsten Land der Welt investieren. Geplant sind unter anderem ein Montagewerk ab 2027 sowie der Ausbau von Vertrieb, Service und Entwicklung vor Ort. Der Ausbruch des Iran-Krieges dürfte sich indes kurzfristig kaum auf das Geschäft auswirken, sagte Firmenchef Andreas Klauser am Mittwoch.
Der Salzburger Maschinenbauer will seine globale Präsenz stärken. Investitionen in den Wachstumsmarkt Indien seien der “logische nächste Schritt”, sagte COO Alexander Susanek bei der Bilanzpressekonferenz. Indien sei einer der am dynamischsten wachsenden Regionen der Welt und investiere derzeit massiv in die Infrastruktur. “Und für all das besteht viel Bedarf an unseren Produkten.” 2027 soll ein eigenes Montagewerk für Hakengeräte, Ladekräne und Hubarbeitsbühnen in Indien aufgenommen werden und bis zu 150 neue Mitarbeiter beschäftigen. Ein entsprechendes Grundstück sei bereits gekauft worden, die Planungen und Genehmigungsprozesse liefen auf Hochtouren.
Iran-Krieg kaum geschäftsrelevant, US-Zölle dämpfen Nachfrage
Die Situation im Mittleren Osten sei “menschlich eine Katastrophe”, sagte Klauser mit Blick auf den Ausbruch des Iran-Krieges. “Wir haben unsere Büros quasi evakuiert, die Kollegen sind zuhause.” Wirtschaftlich sieht der Firmenchef die größte Auswirkung im Bereich der Energiekosten. Allerdings sei Palfinger kein allzu energieintensives Unternehmen und die konkreten Auswirkungen dürften überschaubar bleiben.
In den USA, wo Palfinger mit drei Werken vertreten ist, sei das Unternehmen “mit und ohne Zölle” gut aufgestellt. Jedoch belasteten die US-Zölle insbesondere die Nachfrage und verursachten zusätzliche Kosten, die an die Kunden weitergegeben werden mussten. Nach der jüngsten Zoll-Entscheidung des Obersten US-Gerichts lote man zudem aus, ob das Unternehmen bereits bezahlte Zölle zurückerstattet bekommen kann.
“Drittbestes Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte”
Der Salzburger Kranhersteller Palfinger konnte im Vorjahr trotz US-Zollstreit und geopolitischen Spannungen den Umsatz und Gewinn stabil halten. Die Erlöse betrugen 2,34 Mrd. Euro, der Konzerngewinn belief sich auf 97 Mio. Euro. Eine Outputsteigerung in Europa stabilisierte die Geschäftsentwicklung. Vorstandschef Klauser sprach vom “drittbesten Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte”. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,90 Euro je Aktie erhalten. Die Zahl der Palfinger-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sank um 300 auf etwas über 12.000.
Für das erste Halbjahr 2026 rechnet der Palfinger-Vorstand mit einer Entwicklung leicht über Vorjahresniveau. Entscheidend für das zweite Halbjahr sei “die weitere Erholung der europäischen sowie die Entwicklung der US-amerikanischen Konjunktur”, erklärten die Palfinger-Manager im Geschäftsbericht 2025. Der Kranhersteller will bis zum Jahr 2030 mehr als 3 Mrd. Euro Umsatz erzielen und eine EBIT-Marge von 12 Prozent erreichen. Im Vorjahr betrug die Marge 7,5 Prozent.
Außerdem kehrt Palfinger ab 23. März wieder in den österreichischen Leitindex zurück, wie die Wiener Börse am Dienstagabend bekanntgab. Zuletzt war Palfinger 2010 im ATX gelistet. “Das wird uns international helfen, leichteren Zugang zu Investoren zu erhalten”, so Finanzchef Felix Strohbichler.