Papst bittet Putin um Waffenruhe für ukrainische Stadt

16.10.2026 • 18:46 Uhr

Papst Leo XIV. hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin bei einem Telefonat am Freitagnachmittag um eine Waffenruhe für die ukrainische Stadt Oleschky in der Region Cherson gebeten. Damit solle angesichts der dramatischen humanitären Lage die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern sowie die freiwillige und sichere Evakuierung von Zivilisten ermöglicht werden, teilte die Pressestelle des Vatikans mit.

“Während des Gesprächs brachte der Heilige Vater seine tiefe Besorgnis über die ernste humanitäre Situation in der Stadt Oleschky in der Region Cherson zum Ausdruck und bat um eine Waffenruhe”, hieß es in der Mitteilung. Zudem bekräftigte der Papst das Engagement des Heiligen Stuhls für die Förderung von Dialog und Frieden.

Laut dem Kreml betonte Putin in dem Telefonat die die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Vatikan zum Schutz von Christen weltweit. Dabei hob er die Bedeutung gemeinsamer geistlicher und moralischer Werte hervor, wie der Kreml nach Angaben der Nachrichtenagentur RIA Nowosti mitteilte. Putin habe die Bedeutung der Zusammenarbeit bei der Förderung verbindender spiritueller und moralischer Werte sowie beim Schutz von Christen und christlichen Gotteshäusern in verschiedenen Regionen der Welt unterstrichen, hieß es in der Mitteilung.

Putin beansprucht “Sicherheitszone” in der Ukraine

Die Bitte des Papstes um eine Waffenruhe wurde in der Mitteilung nicht erwähnt. Vielmehr teilte Putin nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass er in der Ukraine eine “Sicherheitszone” entlang der gemeinsamen Grenze schaffen wolle. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf das Eindringen ukrainischer Truppen in die westrussische Region Kursk. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zufolge soll die Zone 660 Kilometer lang sein. 70 Prozent davon seien bereits unter russischer Kontrolle.