Papst kündigt Lungenoperation wegen entdeckten Knotens an
Papst Leo XIV. hat am Sonntag angekündigt, dass er sich einem operativen Eingriff an der Lunge unterziehen werde. Bei ihm sei ein Knoten in einem frühen Stadium und an einer klar begrenzten Stelle entdeckt worden, erklärte das Kirchenoberhaupt beim Angelusgebet. “Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht. Deshalb habe ich mich auf ihren Rat hin entschieden, mich operieren zu lassen, um den Knoten entfernen zu lassen”, sagte der Papst.
Die Operation sei bereits Anfang der bevorstehenden Woche in der römischen Poliklinik “Agostino Gemelli” geplant, teilte der Vatikan-Sprecher Matteo Bruni mit. Der postoperative Spitalaufenthalt werde circa eine Woche dauern. Weitere Angaben zur Art des Befunds oder zum genauen Zeitpunkt des Eingriffs gab es zunächst nicht. Papst Leo XIV. hatte sich nach Angaben aus der Gemelli-Klinik in den vergangenen Tagen einer Untersuchung unterzogen, weil zunächst eine Entzündung vermutet worden war, berichtete die Tageszeitung “Corriere della Sera”. Dabei sei ein Knoten an der Lunge entdeckt worden. Daraufhin sei entschieden worden, den Papst ohne Verzögerung zu operieren. Der Eingriff sei für Montag oder Dienstag geplant.
Papst bestätigt trotz geplanter Lungenoperation Peru-Reise
Trotz der angekündigten Operation bestätigte Papst Leo XIV. seine geplante Reise nach Peru. Der Besuch in dem südamerikanischen Land ist derzeit für den Zeitraum vom 6. bis 17. November angesetzt.
Beim Angelusgebet auf dem Petersplatz wandte sich das Kirchenoberhaupt an peruanische Gläubige, die an einer Prozession zu Ehren des “Señor de los Milagros” teilnahmen. “Ich danke euch für eure Gebete für die Pastoralreise, die ich in Peru unternehmen werde”, sagte der Papst.
Poliklinik Agostino Gemelli behandelt Päpste seit Jahrzehnten
Die Poliklinik Agostino Gemelli ist seit Jahrzehnten eine wichtige Anlaufstelle für die medizinische Versorgung der Päpste. Für das Kirchenoberhaupt steht dort im zehnten Stockwerk ein eigenes Appartement zur Verfügung, das dauerhaft für einen Papst reserviert ist. Die Räumlichkeiten umfassen mehrere Zimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche und eine kleine Privatkapelle. Auch Mitarbeiter und enge Vertraute können dort übernachten.
Auch Leos Vorgänger Franziskus wurde wiederholt in der Gemelli-Klinik behandelt. Im Juli 2021 unterzog er sich dort einer Darmoperation. Im März 2023 wurde er wegen einer Lungenentzündung behandelt, im Juni desselben Jahres folgte ein weiterer chirurgischer Eingriff am Bauch. Anfang 2025 musste Franziskus erneut mehrere Tage im Krankenhaus verbringen, bevor er im Mai desselben Jahres starb.
Klinik nur wenige Kilometer vom Vatikan entfernt
Die Klinik liegt nur wenige Kilometer vom Vatikan entfernt und ist daher für das Kirchenoberhaupt rasch erreichbar. Sie wurde 1964 eröffnet und gehört zur katholischen Universität “Sacro Cuore”, die 1921 von dem Franziskaner Agostino Gemelli gegründet wurde. Mit ihrem weitläufigen Gelände am Hang des Monte Mario, das sich einschließlich Park und Kirche über rund 37 Hektar erstreckt, zählt sie zu den bedeutenden medizinischen Einrichtungen Roms.
Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Klinik sind hoch. Das Krankenhaus verfügt über besondere Einrichtungen für die Behandlung hochrangiger Persönlichkeiten und war bereits mehrfach Schauplatz medizinischer Behandlungen des Kirchenoberhaupts.
Meloni sichert Leo XIV. Unterstützung zu
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sicherte indes Papst Leo XIV. vor dessen angekündigter Lungenoperation ihre persönliche Unterstützung und die Solidarität der italienischen Regierung zu. “Ich möchte dem Heiligen Vater meine persönliche Nähe und die der italienischen Regierung für die Herausforderung aussprechen, der er sich in den kommenden Tagen stellen muss”, erklärte Meloni.
Die Gelassenheit und Ruhe, mit der der Papst beim Angelusgebet am Sonntag über den bevorstehenden Eingriff gesprochen habe, gebe Zuversicht, betonte die Regierungschefin. Sie sei sicher, dass auch die italienische Bevölkerung dem Kirchenoberhaupt ihre Unterstützung und Zuneigung nicht versagen werde, so Meloni weiters.
Genesungswünsche von Mattarella und Italiens Bischofskonferenz
Auch der italienische Präsident Sergio Mattarella betonte in einer Botschaft an den Papst, dessen Ankündigung beim Angelusgebet sei vom gesamten italienischen Volk mit Anteilnahme aufgenommen worden. Vor dem bevorstehenden Krankenhausaufenthalt übermittle er ihm die herzlichen Wünsche aller Italiener. Der Staatspräsident verwies zudem auf die Gebete katholischer Gläubiger und die Anteilnahme zahlreicher Menschen in Italien und weltweit, unabhängig davon, ob sie gläubig seien oder nicht. Abschließend wünschte Mattarella dem Papst eine ruhige Genesungszeit sowie eine rasche und vollständige Erholung.
Die Italienische Bischofskonferenz rief ebenfalls zur geistlichen Unterstützung des Papstes auf. Ihr Vorsitzender, Kardinal Matteo Zuppi, erklärte, die Kirchen in Italien stünden Leo XIV. in dieser schwierigen Zeit mit Zuneigung zur Seite. Die Gemeinden würden seiner bei Gottesdiensten und Gebeten besonders gedenken. Zugleich dankte der Kardinal dem Papst für die Offenheit und das Vertrauen, mit denen er die Gläubigen an seiner gesundheitlichen Situation teilhaben lasse.