Porr legt 2025 Gewinnsprung hin

26.03.2026 • 13:47 Uhr
Porr legt 2025 Gewinnsprung hin

Der Baukonzern Porr hat seinen Gewinn massiv nach oben geschraubt. Das Konzernergebnis ging im abgelaufenen Geschäftsjahr um fast 26 Prozent auf 136,7 Mio. Euro nach oben. “2025 war eines der besten Jahre der Porr”, vermerkte CEO Karl-Heinz Strauss in der Bilanzpressekonferenz. Der Gewinn je Aktie legte um 29,3 Prozent auf 3 Euro zu. Die Produktionsleistung blieb mit 6,8 Mrd. Euro (plus 1 Prozent) nahezu unverändert, der Umsatz mit 6,3 Mrd. Euro (plus 1,7 Prozent) ebenso.

Den dennoch kräftigen Gewinnzuwachs führt das Unternehmen auf “eine Kombination aus Kosteneinsparungen, höherer Effizienz, einer Leistungssteigerung sowie einem verbesserten Ergebnis aus at-equity bilanzierten Unternehmen” zurück. Die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten ging im Jahresvergleich um knapp zwei Prozent auf gut 20.800 zurück.

Krieg in Nahost vorerst ohne Folgen

Trotz der Konjunkturflaute und des vor rund einem Monat entbrannten Nahostkonflikts blickt Strauss vorerst noch zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. “2026 hat jedenfalls das Potenzial noch erfolgreicher zu werden als 2025”, sagte der Konzernchef am Donnerstag bei der Präsentation der Ergebnisse und verwies dabei unter anderem auf den hohen Auftragsbestand, der im abgelaufenen Jahr um fast 12 Prozent auf gut 9,5 Mrd. Euro wuchs. Der Ordereingang legte um 14 Prozent auf 7,8 Mrd. Euro zu.

Gegen steigende Energiepreise infolge des Iran-Krieges sei man vorerst preislich abgesichert. Im Fall eines längeren Konfliktes könnten sich aber Auswirkungen auf die Materialpreise ergeben. Die Lage in Nahost könne aber “zusätzliche wirtschaftliche Unsicherheiten verursachen”. In weiterer Folge könnten auch die Materialien teurer werden. Aber auch hier sei man durch entsprechende Vertragsklauseln und eine vorzeitige Beschaffung abgesichert.

Baustelle in Katar

Mitten im Brandherd tätig ist die Porr derzeit noch mit um die 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Katar, wo der Konzern bereits eine U-Bahn und ein Fußballstadion gebaut hat. Derzeit werde noch ein Tunnel fertiggestellt. “Wir sind deutlich reduziert in Katar, eher im Ausklingen”, so Strauss. Die Bauleistung im Vorjahr habe nicht einmal 50 Mio. Euro erreicht. “Eigentlich war geplant, dass wir Katar sanft auslaufen lassen”, sagte der Porr-Chef. Nun gebe es dort aber doch einige Schäden an der Energieinfrastruktur. Diese muss irgendwann wieder aufgebaut werden. “Wenn Chancen da sind, werden wir sie ergreifen.”

Freilich erhebe sich angesichts der Kriegswirren in Nahost die Frage, wie lange das Ganze dauere. Für das laufende Geschäftsjahr gibt Strauss aus Unternehmenssicht trotz steigender Öl- und Gaspreise jedenfalls Entwarnung. “Wir sind vorbereitet – wir haben für 2026 alle Energiethemen, Stromthemen ‘gehedgt'”, so der CEO. “Noch bleibts im überschaubaren Bereich.” Die Läger der Porr seien voll. “Wir haben vieles vorbereitet, wir sind abgesichert, was die Kosten betrifft.” Der Konzern setze zudem stark auf Regionalität und habe sehr resiliente Strukturen, auch im Einkauf, aufgebaut. “Das haben wir in der Pandemie gelernt.”

Optimismus betreffend 2026

Der Ausblick bleibt folglich positiv: “Wir sehen einen Leistungszuwachs und auch 2026 soll es eine Margenverbesserung geben”, stellte Strauss in Aussicht. 2025 erhöhte sich die EBIT-Marge gegenüber dem Jahr davor von 2,6 auf 3,1 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 24,2 Prozent auf 196,7 Mio. Euro; vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) waren es 409,4 Mio. Euro (plus 11 Prozent). Bis 2030 will die Porr den Angaben zufolge eine EBIT-Marge von 3,5 bis 4 Prozent schaffen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr entfiel fast die Hälfte der Bauproduktion (46,2 Prozent) auf Österreich, gut ein Viertel (25,5 Prozent) auf Deutschland. Die Leistung der Porr stieg gegenüber 2024 um nur 1 Prozent, da in den beiden Ländern “die Konjunktur doch etwas schwächer war”, wie Finanzvorstand Klemens Eiter einräumte.

“Natürlich sind Österreich und Deutschland nicht Wachstumskaiser, aber Deutschland wird die größte Baustelle Europas”, hielt Strauss mit Blick auf das dort geschnürte 500 Mrd. Euro schwere Infrastrukturpaket für die Bereiche Klima, Infrastruktur und Verteidigung fest. Diese Summe soll in den nächsten zwölf Jahren in Bauprojekte fließen. In Österreich stünden Milliarden für die Eisenbahn- und Straßeninfrastruktur sowie für den Wohnbau parat.

Wohnbaukrise treibt Mieten in die Höhe

“In Österreich und Deutschland fehlen Hunderttausende Wohnungen, allein in Österreich Zehntausende”, hielt Strauss fest. “Wir haben maximal ein Drittel bis 40 Prozent der benötigten Wohnungen gebaut.” Das führte zu sehr hohen Mietpreisen. “Das kriegt man nicht staatlich reguliert in den Griff”, meinte der Konzernchef und verwies auf das Beispiel Berlin. Als Konsequenz der Mietpreisbremse werde dort “nichts mehr in die Wohnungen investiert”. “Da muss man das Gegenteil machen – die Nachfrage mit einem hohen Angebot dämpfen”, also mehr bauen.

Die Porr könne dank modularer Bauweise “leistbaren, bezahlbaren Wohnraum” mit Errichtungskosten unter 2.000 Euro pro Quadratmeter anbieten. “Die ersten großen Projekte werden nun in Wiener Neustadt und Kärnten errichtet”, sagte der CEO. Die Baukosten würden damit um 20 Prozent reduziert.