Porsche-Chef fährt Sparkurs bei Automodellen

Porsche-Chef Michael Leiters setzt bei dem deutschen Sportwagenbauer den Rotstift an. “Unser Portfolio ist zu komplex geworden – auch wenn man es mit unseren Wettbewerbern vergleicht”, sagt er bei der Hauptversammlung laut Redetext vom Montag. Deswegen werde die Zahl der verschiedenen Varianten reduziert. Zugleich erwäge das Unternehmen, sein Angebot an margenträchtigen Modellen auszubauen, sowohl bei den klassischen Sportwagen als auch bei großen SUV-Fahrzeugen.
Auch bei den Kosten solle angesetzt werden. So überdenke das Unternehmen derzeit die Entwicklung grundsätzlich, sagte Leiters. Auch sollten Synergien zwischen den Modellen sowie Plattformen der Muttergesellschaft Volkswagen verstärkt genutzt werden. “Wenn weniger Modelle miteinander konkurrieren, dürfte das signifikante Auswirkungen auf unsere Kapitaleffizienz haben.” Konkrete Zahlen, wo die Rendite langfristig sein soll und wie viele Stellen wegfallen sollen, nannte Leiters nicht. Derzeit laufen bei dem Stuttgarter Unternehmen Verhandlungen über ein weiteres Sparprogramm.
Ungeduldige Aktionäre
Im Vorfeld der Hauptversammlung hatten sich Aktionäre ungeduldig gezeigt. Deka-Experte Ingo Speich spricht von einem “Scherbenhaufen”, auf den die Porsche-Aktionäre blickten. Die Aktie habe sich seit dem Börsengang 55 Prozentpunkte schlechter als der europäische Branchenindex Stoxx und 144 Prozentpunkte schlechter als der Dax entwickelt, sagte er. “Das ist kein Zufall, sondern das Resultat klar verfehlter Zielsetzungen, unzureichender Steuerung und einer Governance, die zu lange nicht eingegriffen hat.” Porsche verkaufe heute rund ein Fünftel weniger Autos als zur Zeit des Börsengangs. Gleichzeitig stiegen Komplexität, Fixkostenbasis und Investitionsbedarf. “Das ist kein zyklischer Dämpfer – das ist ein strukturelles Problem.”
Details im Herbst
Detailliert will Leiters seine Pläne im Herbst bei einem Kapitalmarkttag vorstellen. Porsche leidet unter dem Kollaps des chinesischen Marktes und unter den Zöllen von US-Präsident Donald Trump. Für das laufende Jahr erwarte das Unternehmen weiterhin eine Gewinnmarge zwischen 5,5 und 7,5 Prozent, sagte Leiters. Das ist mehr als im vergangenen Jahr, aber deutlich niedriger als in den Jahren zuvor. Kurzfristig sei keine Rückkehr zu den Renditen zu erwarten, die sich Porsche in der Vergangenheit vorgenommen habe, sagt Leiters.