Queer Museum Vienna erkundet alternative Zugänge zum Tod

30.09.2026 • 10:30 Uhr
Queer Museum Vienna erkundet alternative Zugänge zum Tod

Der Tod und Wien – ein unsterbliches Klischee, mit dem sich nun auch das 2020 gegründete Queer Museum Vienna beschäftigt. Unter dem Titel “Queer Immortality – Der Tod muss ein*e nichtbinäre*r Wiener*in sein” widmet man sich in der neuen Ausstellung im Otto-Wagner-Areal einer zentralen Frage: Wie sehen Trauerrituale in der queeren Community aus, und welchen alternativen Umgang mit Tod und Sterblichkeit gibt es, um nicht am Ende des Lebens in alte Muster gepresst zu werden?

In der multimedialen Schau soll es um die Formen des Gedenkens in der Gemeinschaft gehen und die verschiedenen Blickwinkel auf Vergänglichkeit und Sterben. Schließlich werden queere Menschen oftmals durch ihren Tod aus ihrem sozialen Umfeld gerissen und fallen in die alten Herkunftsfamilien samt dortigen Trauerriten zurück. “Traditionelle Rituale des Sterbens und Trauerns werden queeren Lebensrealitäten oft nicht gerecht”, heißt es aber von den Verantwortlichen.

Alternative Abschiede

Alternative Begräbnis- und Abschiedsformen, Grabstätten, die den konventionellen Rahmen sprengen, sind dabei ein Teil der Ausstellung. Künstlerisch setzen sich etwa Peter Kozek, Heti Prack oder Siggi Sekira in der Schau mit der Trauer als kollektiver Erfahrung auseinander. Julia Fuchs nimmt das Kunstdepot als Zwischenort der Im/mortalität in den Fokus, und auch Danielle Pamp nähert sich in ihrer Arbeit der (Un-)Sterblichkeit.

Ebenfalls zu sehen ist in “Queer Immortality” die Webserie “Just Gorgeous – Beauty for Dead People” von Berivan Sayici und Luis Javier Murillo, in welcher der provokante Umgang mit Tod und Sterblichkeit gepflegt wird, wenn Drag Queens in der Leichenbestattung tätig werden. Und mit einem Augenzwinkern rückt das Kollektiv Heathers mit performativen Installationen die Nebenfiguren von Horrorfilmen in den Mittelpunkt – also jene Charaktere, die meist als erste sterben.

(S E R V I C E – “Queer Immortality – Der Tod muss ein*e nichtbinäre*r Wiener*in sein” im Queer Museum Vienna, Otto-Wagner-Areal, C-Gebäude, Baumgartner Höhe 1 von 2. Oktober bis 24. Jänner 2027 donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt. )