Radionutzung in Österreich auf stabil hohem Niveau

Die Radionutzung bewegt sich in Österreich auf stabil hohem Niveau. 74,9 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren und damit in etwa 6,13 Mio. Personen haben am Vortag einer Befragung zumindest 15 Minuten lang Radio gehört (Vergleichszeitraum: 75,3 Prozent). Die tägliche durchschnittliche Hördauer hat sich leicht von 195 auf 199 Minuten erhöht. Bei den 14- bis 49-Jährigen lag sie mit 201 Minuten minimal höher, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Radiotestdaten hervorgeht.
Die ORF-Radiosender bauten im Zeitraum Juli 2025 bis Juni 2026 mit Blick auf die Tagesreichweite in der Zielgruppe 10+ auf 54,4 Prozent Tagesreichweite ab. Das entspricht einem Minus in Höhe von 1,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vergleichszeitraum. Dennoch ist die tägliche Hörerschaft mit 4,45 Mio. Personen sehr groß. Mit Abstand stärkster Radiosender der öffentlich-rechtlichen Flotte ist erneut Ö3 mit 2,4 Mio. Hörerinnen und Hörern bzw. 29,7 Prozent Reichweite. Dahinter folgt Ö1 mit 9 Prozent. Die neun ORF-Regionalradiosender bringen es gesammelt auf 24,3 Prozent, wobei Radio Niederösterreich mit 5,1 Prozent an der Spitze steht. FM4 erzielt 3,7 Prozent Reichweite.
Kronehit trotz Minus vor aufstrebendem 88.6
Die inländischen Privatradiosender blieben mit 35,8 Prozent weitgehend stabil (Vergleichszeitraum: 35,5 Prozent). Stärkster unter den Privaten ist Kronehit mit 11 Prozent Reichweite, das allerdings einen merkbaren Rückgang hinnehmen musste (-1,1 Prozentpunkte). Merkbar bergauf ging es dagegen für Verfolger 88.6. Der Sender kann mittlerweile auf eine Reichweite von 8,3 Prozent verweisen (+1,1 Prozentpunkte). Radio Arabella (3,1 Prozent) und die Antenne Steiermark (3,0 Prozent) liegen praktisch gleichauf.
Bei den Marktanteilen gibt es kaum Bewegung. Die ORF-Radios kommen auf 58 Prozent, wobei Ö3 mit stabilen 26 Prozent etwas unter der Hälfte beisteuert. Die ORF-Regionalradios kommen gesammelt auf 25 Prozent, davon entfallen 5 Prozent auf Radio Niederösterreich und je vier Prozent auf Radio Wien und Radio Steiermark. Ö1 verbucht 6 Prozent Marktanteil, FM4 2 Prozent. Die inländischen Privatradiosender erzielen 41 Prozent Marktanteil (+2 Prozentpunkte). 88.6 legte leicht zu und liegt mittlerweile gleichauf mit Kronehit (je 8 Prozent Marktanteil). Die Antenne Steiermark verbucht 3 Prozent.
Ö3 erreicht fast jede dritte Person unter 50 Jahren
Bei den jüngeren Befragten (14- bis 49-Jährige) beträgt die Tagesreichweite 71,4 Prozent. Mit einem ORF-Radio kommen täglich 44,6 Prozent in Kontakt und damit etwas weniger als im Vergleichszeitraum (46,6 Prozent). Ö3 büßte zwar ein (-1,6 Prozentpunkte), erreicht aber nach wie vor beinahe jede dritte Person unter 50 Jahren im Land (31,3 Prozent Reichweite). Die ORF-Regionalradios performen in dieser Zielgruppe deutlich schwächer (13,7 Prozent) als in der Gesamtzielgruppe (24,3 Prozent). Der auf ein jüngeres Publikum ausgerichtete Sender FM4 hat dafür merklich mehr Reichweite (5,6 Prozent) und liegt etwas vor Ö1 (5,1 Prozent).
Bei den österreichischen Privatsendern (47,2 Prozent Reichweite) hat Kronehit die Nase bei den 14- bis 49-Jährigen vorne (17,7 Prozent). Der Abstand zu 88.6, das um 1,6 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent zulegen konnte, schmilzt jedoch. Energy Österreich verbucht 4,5 Prozent, Radio Arabella 3,6 Prozent und die Antenne Steiermark 3,5 Prozent.
In puncto Marktanteil in der Kernzielgruppe (14-49) versammeln die ORF-Radios 43 Prozent hinter sich und liegen damit merklich hinter den heimischen Privatsendern, die auf 58 Prozent zulegten (+2 Prozentpunkte). Ö3 blickt auf 27 Prozent, die ORF-Regionalradios auf 11 Prozent, FM4 auf 3 Prozent und Ö1 auf 2 Prozent. Bei den Privaten teilen sich Kronehit und 88.6 den ersten Platz. Sie kommen beide auf 13 Prozent Marktanteil, wobei Kronehit stabil blieb und 88.6 zwei Prozentpunkte zulegte. Energy Österreich und die Antenne Steiermark kommen auf 3 Prozent.
Ca. 23.800 durchgeführte Interviews
Der Radiotest basiert auf ca. 23.800 zwischen Juli 2025 und Juni 2026 durchgeführten Interviews. Die Befragungen erfolgten überwiegend telefonisch. Ein Teil entfällt jedoch auf Online-Befragungen, um auch jüngere Personengruppen besser abbilden zu können. Die Tagesreichweite erfasst Personen, die am Vortag ihrer Befragung zumindest eine Viertelstunde lang Radio bzw. einen bestimmten Sender gehört haben. Der Marktanteil eines Senders gibt an, wie groß der Anteil der Hördauer des Senders an der gesamten Hördauer ist.