Rapid siegt im ÖFB-Cup 3:0 bei Vienna – Austria und WAC out
Rapid hat souverän den Einzug ins Viertelfinale des Fußball-ÖFB-Cups fixiert. Der Bundesliga-Tabellenführer wurde am Dienstag im kleinen Wiener Derby bei Zweitligist Vienna der Favoritenrolle gerecht, siegte auf der Hohen Warte 3:0. Für den Lokalrivalen Austria setzte es mit einer 3:5-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Hartberg hingegen den nächsten Rückschlag. Liga-Schlusslicht WAC verlor mit einem 0:1 beim Zweitliga-14. Hertha Wels. Altach siegte beim GAK klar 4:0.
“Wir haben ein bisschen rotieren können und sind weitergekommen, das ist das Wichtigste”, sagte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup. Sein Team sei vor 6.168 Fans die meiste Zeit das bessere Team gewesen. “Sie hatten auch ihre Momente, jeweils eine Großchance. Wir waren nicht auf unserem besten Niveau. Es ist aber gut, dass wir wissen, dass wir immer treffen können”, meinte der Däne. 1:0-Torschütze Yusuf Demir ordnete den Erfolg als “Arbeitssieg” ein, auch Kapitän Matthias Seidl sprach davon, dass es “keine Glanzleistung” gewesen sei. Den siebenten Pflichtspielsieg in Folge gab es trotzdem. “Das haben wir uns über Monate erarbeitet, dass es so für uns läuft, man auch gewinnt, wenn man einmal nicht so top spielt”, ergänzte Seidl.
Rapid mit drei Änderungen in der Startelf
Rapids Coach verzichtete in Döbling auf große Rotation, brachte mit Rechtsverteidiger Eaden Roka, Flügelspieler Moulaye Haidara und Stürmer Claudy Mbuyi im Vergleich zum Liga-5:1-Sieg gegen Austria Lustenau nur drei frische Kräfte. Jannes Horn, Petter Nosa Dahl und Ercan Kara bekamen eine Pause. Der Favorit ging mit dem nötigen Ernst zur Sache und kontrollierte weitgehend das Geschehen. Nach einer vergebenen Haidara-Chance (15.) war es Demir vorbehalten, das erste Glanzlicht zu setzen. Der Ex-Barca-Kicker wurde zu wenig attackiert, zog von der Strafraumgrenze ab und traf mit links ins Eck (18.). Die Vienna hätte einmal ausgleichen können, da schoss der Ex-Rapidler Bernhard Zimmermann aus bester Position drüber (28.).
In Hälfte zwei machte Startelf-Rückkehrer Mbuyi alles klar, er rutschte eine Hereingabe des kurz zuvor eingewechselten Dahl aus kurzer Distanz über die Linie (69.). Rapid-Tormann Niklas Hedl verhinderte bei einem Kopfball den Anschlusstreffer (79.). Alles erledigt war, als Mbuyi nach einem Tilio-Steilpass ins leere Tor traf (86.). Kurz zuvor hatte die Vienna vergeblich einen Handelfmeter von Nenad Cvetkovic reklamiert. Damit gab es für Rapid an jenem Ort ein Happy End, an dem es vor zwei Jahren eine Achtelfinal-Niederlage gegen den SV Stripfing und vor 20 Jahren in der 1. Runde ein Cup-Out gegen die Vienna gesetzt hatte. Die Generalprobe vor dem großen Derby am Sonntag (17.00 Uhr) bei der Austria kann als gelungen bezeichnet werden.
Austria verlor Elferkrimi gegen Hartberg
Jene der “Veilchen” nicht. Austria-Torjäger Johannes Eggestein (26.) hatte beim Debüt von Interimstrainer Max Uhlig zwar vor 11.355 Anhängern für einen Start nach Maß gesorgt, Oliver Lukic (44.) glich allerdings noch vor der Pause für die Hartberger aus. In der 2. Hälfte wie auch der Verlängerung fiel kein Treffer mehr. Austrias Kelvin Boateng vergab den letzten Matchball (114.). Die Entscheidung musste vom Punkt fallen: Dabei avancierte Hartberg-Tormann Luka Maric mit einem gehaltenen Versuch gegen Valentino Müller zum Helden.
Damit jubelte der Liga-Sechste wie schon im April 2025 im Cup-Halbfinale in Wien-Favoriten über den Aufstieg. Die in der Meisterschaft nur auf dem vorletzten Platz rangierende Austria rutschte mit der vierten Niederlage in Folge im ersten Spiel nach der Ära von Stephan Helm noch tiefer in die Krise. Den Wolfsbergern erging es ähnlich, sie prolongierten ihre Talfahrt mit der sechsten Pflichtspiel-Niederlage en suite. Wie auch beim 0:1 in der Liga in Hartberg bei der Premiere von Neo-Trainer Manfred Schmid gab auch in Wels ein einziger Treffer den Ausschlag.
Frühes Welser Tor besiegelte WAC-Ausscheiden
Der fiel durch Wels-Offensivspieler Tolgahan Sahin schon in der 4. Minute. Die Kärntner fanden vor der Pause kaum Mittel, um den Abwehrriegel der Gastgeber zu knacken, die einzigen Möglichkeiten ließen Giacomo Vrioni (42.) und Donis Avdijaj (45.+2) aus. Nach Wiederbeginn wurde der Cupsieger von 2025 gefährlicher, da hielt Wels-Tormann Kilian Schröckner mit guten Paraden die Null. Auf der anderen Seite hätte Ex-WAC-Kicker Christopher Wernitznig auch nachlegen können, scheiterte aber an der Stange (62.). Die von Interimstrainer Markus Lackner gecoachten Oberösterreicher stehen erstmals überhaupt im Viertelfinale.
Eine überraschend klare Angelegenheit war das Ligaduell zwischen dem GAK und Altach. Yann Massombo leitete den Auswärtserfolg der Vorarlberger mit einem Doppelpack (18., 51.) ein, Rodney Elongo-Yombo (58.) und Srdjan Hrstic (69./Elfmeter) machten alles klar. Die von Gerald Scheiblehner gecoachten Grazer sind nun schon fünf Pflichtspiele sieglos. Altach hat hingegen den Turnaround geschafft, drei der jüngsten vier Pflichtspiele wurden gewonnen, mit dem 2:1 zuletzt gegen die Austria zwei am Stück.
Salzburg und LASK am Mittwoch im Einsatz
Am Mittwoch tritt Red Bull Salzburg als großer Favorit bei Zweitligist Schwarz-Weiß Bregenz an, dazu kommt es zum Oberösterreich-Duell des LASK mit Ried sowie dem Tiroler Vergleich zwischen dem Zweitligisten FC Wacker Innsbruck mit der WSG Tirol. Das Achtelfinale abgeschlossen wird am Donnerstag mit dem Gastspiel von Sturm Graz bei Ligakonkurrent Austria Lustenau.