RBI gewinnt Kampf um Addiko-Übernahme

Die Raiffeisen Bank International (RBI) hat den Kampf um die Übernahme der Addiko Bank gewonnen. Nach Ablauf der Annahmefrist haben die Aktionärinnen und Aktionäre der Bank 56,16 Prozent ihrer Aktien angedient, wie die RBI Mittwochnachmittag mitteilte. Damit wurde die von der RBI gesetzte Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent überschritten. Trotz eines preislich deutlich höheren Angebots muss sich der slowenische Konkurrent Nova Ljubljanska banka (NLB) nun geschlagen geben.
Die RBI gab bekannt, dass per Ende der Frist Annahmeerklärungen für insgesamt 10,831.435 Aktien der Addiko zugegangen seien. Das schließe 1,878.167 Addiko-Aktien mit ein, die von der Alta Group d.o.o. gehalten werden und 9,63 Prozent aller ausgegebenen Addiko-Aktien entsprechen.
Am heutigen Mittwoch um 17 Uhr ist die Annahmefrist für die beiden Angebote abgelaufen. Die Frist für einen möglichen Widerruf einer Annahmeerklärung ist bereits am vergangenen Donnerstag zu Ende gegangen. Zwar gibt es für diese Frist technische Nachlaufzeiten, große Änderungen im Ergebnis sind zu diesem Zeitpunkt allerdings sehr unwahrscheinlich.
Monatelanger Bieterkampf
Seit Monaten hatten RBI und NLB um die auf Zentral- und Südosteuropa spezialisierte Bank gebuhlt, die vor mehr als zehn Jahren aus den Hypo-Alpe-Adria-Balkanbanken hervorgegangen war. Am Ende bot die NLB mit 37,00 Euro je Aktie deutlich mehr als die RBI, die nur 26,50 Euro je Anteilsschein auf den Tisch legte – und ging dennoch leer aus.
Attraktiv war das niedrigere RBI-Angebot wohl deshalb, weil die Bank bereits im Vorfeld des Angebots einen Deal mit dem serbischen Addiko-Aktionär Alta Group vereinbart hat. Denn die RBI will nach der Übernahme lediglich das Geschäft der Addiko in Kroatien, Slowenien und Österreich behalten. Die übrigen Märkte – Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro – will sie hingegen mittels eines sogenannten Carve-outs abstoßen.
Die Alta Group hält direkt knapp 10 Prozent der Addiko-Aktien, über Finanzinstrumente dürfte der Anteil aber höher sein. Insgesamt können den Serben knapp 30 Prozent der Addiko-Anteile zugerechnet werden, genaue Angaben gibt es dazu aber nicht.
Dividende ausgesetzt
Genau diese Unklarheit über die Eigentumsverhältnisse hatte bereits vor mehreren Jahren die Regulatoren hellhörig gemacht, die Europäische Zentralbank (EZB) empfahl daraufhin eine Aussetzung der Dividendenzahlungen. Für die Jahre 2024 und 2025 gab es keine Ausschüttung für die Addiko-Aktionäre.