RBI übernimmt Garanti in Rumänien für 591 Millionen Euro

28.03.2026 • 03:08 Uhr

Die Raiffeisen Bank International hat in der Nacht auf Samstag bekannt gegeben, dass sie die rumänischen Geschäftsbereiche der BBVA-Tochter Garanti für 591 Millionen Euro übernehmen werde. Durch die Zusammenführung der erworbenen Gesellschaften mit den rumänischen Einheiten der RBI sollen operative und kostenseitige Synergien realisiert werden. Durch die Akquisition werde Raffeisen gemessen an der Bilanzsumme voraussichtlich zur drittgrößten Bank in Rumänien, so die RBI.

“Die RBI verfügt über eine starke Kapitalausstattung und strebt sowohl organisches Wachstum als auch solches durch Akquisitionen in ihren Kernmärkten an. Diese Transaktion ist ein bedeutender strategischer Schritt in einem der attraktivsten Bankenmärkte in Zentral- und Osteuropa, in einem Land, das wir sehr gut kennen”, sagte RBI-CEO Johann Strobl.

Die Garanti Bank S.A. weise zum Jahresende 2025 eine Bilanzsumme von rund vier Milliarden Euro aus, was einem Marktanteil von etwa zwei Prozent entspreche. Die rumänischen Tochtergesellschaften der RBI hätten zum Jahresende 2025 eine Bilanzsumme von insgesamt 17,5 Milliarden Euro ausgewiesen und betreuten 2,3 Millionen Kunden, so die RBI.

Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt des Closings sowie der regulatorischen Genehmigungen, teilte die RBI in einer Aussendung mit. Das Closing der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet.

Erste bedeutende Übernahme für RBI seit vielen Jahren

Für die RBI ist es die erste bedeutende Übernahme seit vielen Jahren. Nach der starken Fokussierung auf das wegen des Ukraine-Kriegs umstrittene und schwer verkäufliche Russland-Geschäft rückt damit wieder das Wachstum in den Kernmärkten in den Mittelpunkt. Um den Weg für die Transaktion zu ebnen, wurden Insidern zufolge im Vorfeld bei einem Treffen mit dem rumänischen Notenbankgouverneur Mugur Isarescu frühere Verwerfungen ausgeräumt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. RBI-Chef Strobl hatte bereits auf der Bilanzpressekonferenz Ende Jänner betont, die Bank sei offen für Zukäufe.

Der rumänische Bankenmarkt gilt als stark fragmentiert, weshalb Institute in Osteuropa vermehrt Zukäufe anstreben. Marktführer ist die Banca Transilvania. Die Nummer zwei im Markt ist die ebenfalls österreichische Erste Group, die nach eigenen Angaben ebenfalls routinemäßig Möglichkeiten für organisches und anorganisches Wachstum in der Region prüft.