Rechnungshof-Kritik an unbesetzten FH-Studienplätzen

12.06.2026 • 10:20 Uhr
Rechnungshof-Kritik an unbesetzten FH-Studienplätzen

Die Auslastung der bundesfinanzierten Studienplätze an den Fachhochschulen (FH) hat sich zwischen 2019/20 und 2023/24 vor allem im Technikbereich verschlechtert. Das stellt der Rechnungshof (RH) in einem am Freitag veröffentlichten Bericht fest. Trotzdem sah das damalige Bildungsministerium im FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplan für 2023/24 bis 2025/26 einen weiteren Platzausbau vor.

Fachhochschulen werden nicht einheitlich finanziert. Träger sind meist private, aber auch Länder- bzw. Gemeinde- oder Kammer-nahe Gesellschaften. Vom Bund bekommen sie pro besetztem Studienplatz eine bestimmte Summe. Die Höhe unterscheidet sich in den vier Fördergruppen je nach Technikanteil bzw. Schwerpunkt des Studiums. Derzeit liegt der Betrag zwischen 9.300 und 11.800 Euro. Ausnahme: Die Gesundheits-Studiengänge werden von den Ländern finanziert.

Grundsätzlich funktioniert das Verfahren der Vergabe von FH-Plätzen kompetitiv: Das Ministerium schreibt Studienplätze auf Grundlage des FH-Entwicklungs- und Finanzierungsplans für neu einzurichtende oder bestehende Studiengänge aus. Dann können sich die FH um Plätze bewerben, das Ministerium teilt dann zu.

Vor allem teure Technik-Plätze blieben leer

Der RH stellte in seinem Bericht fest, dass die förderbaren Studienplätze im Prüfzeitraum vermehrt nicht ausgenutzt wurden – vor allem im Technikbereich, also der höchsten Fördergruppe. Die Anzahl der förderbaren Studienplätze stieg von 2019/20 um rund 2.800 auf 44.795 im Studienjahr 2023/24 an, im gleichen Zeitraum nahmen jedoch auch die nicht belegten Studienplätze um rund 1.700 auf 2.548 zu. Somit seien nur rund 40 Prozent der geplanten Steigerung der Studienplätze umgesetzt worden. Die nicht “verbrauchten” Fördermittel wuchsen damit von 1,55 Millionen Euro im Studienjahr 2019/20 auf 19,79 Millionen Euro im Studienjahr 2023/24.

Zwar können die FH bei zu geringer Nachfrage oder hohem Drop-out Plätze in andere, stärker nachfragte Studiengänge umschichten. Trotz Verlängerung der Antragsfristen für solche Umstellungen konnte jedoch das Ansteigen der Zahl unbelegter Studienplätze “nur bedingt aufgehalten” werden, konstatiert der RH.

RH für bessere Auslastung und mehr Transparenz

Das Ministerium stimmte im darauf folgenden Entwicklungsplan für die Jahre 2023/24 bis 2025/26 trotz rückläufiger Auslastung einem weiteren Ausbau der Studienplätze zu, bemängelt der Rechnungshof. Er empfiehlt daher, den “Ausbau des FH-Sektors evidenzbasiert und abhängig vom tatsächlichen Auslastungspotenzial” festzulegen. Das Ministerium solle gemeinsam mit den FHs das Monitoring der Studiengänge so verbessern, dass Studienplätze optimal ausgenutzt werden können. Auch die Gründe dafür, dass immer mehr Studienplätze vor allem in technischen Fächern nicht besetzt werden, sollen analysiert und die künftigen FH-Entwicklungs- und Finanzierungspläne entsprechend angepasst werden.

Wird bei “problematischen Studiengängen” die Förderung verlängert, muss es dafür aus Sicht des RH in Zukunft nachvollziehbare Kriterien und Dokumentation geben. Mehr Transparenz wünscht er sich auch bei den Bedingungen und Parametern für eine Anhebung der Fördersätze sowie bei der Zuteilung von Studiengängen zu den unterschiedlich dotierten Fördergruppen. Für zusätzliche Studienplätze soll es außerdem nur dann Finanzierungszusagen geben, wenn die FH tatsächlich die Ausschreibungskriterien erfüllt.