Rechts gegen Links: Richtungsentscheidung in Peru

06.06.2026 • 21:30 Uhr
Rechts gegen Links: Richtungsentscheidung in Peru

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru treffen am Sonntag die rechtskonservative Kandidatin Keiko Fujimori und der Linkspolitiker Roberto Sánchez aufeinander. In den jüngsten Umfragen lag Fujimori leicht vor ihrem Konkurrenten. In den vergangenen zehn Jahren hatte das südamerikanische Land bereits acht Präsidenten. Die politische Lage in Peru ist äußerst instabil und von einem ständigen Konflikt zwischen dem Parlament und der Regierung geprägt.

Der letzte peruanische Präsident, der seine fünfjährige Amtszeit beendet hat, war Ollanta Humala, der von 2011 bis 2016 regierte. Erst zwei Tage vor der Stichwahl wurde nun eine Klage gegen den linken Kandidaten Sánchez wegen unrechtmäßiger Parteifinanzierung vor etwa sechs Jahren wiederaufgenommen.

Keiko Fujimori, die 51 Jahre alte Tochter des wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori tritt für die konservative Partei Fuerza Popular an und bewirbt sich bereits zum vierten Mal um das höchste Staatsamt. Sánchez, ein ehemaliger Minister in der Regierung des inhaftierten Präsidenten Pedro Castillo, kandidiert für das Bündnis Juntos por el Perú.

Im Wahlkampf hatte Fujimori angekündigt, hart gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen und Häftlinge zur Arbeit zu verpflichten. Zudem will sie die Wirtschaft deregulieren und die finanzielle Unterstützung von Kindern und Senioren verbessern. Sánchez hingegen plädiert für eine Teil-Verstaatlichung von Bodenschätzen und will eine neue Verfassung ausarbeiten lassen.