Regierungstruppen im Jemen melden 181 Angriffe in 24 Stunden
Soldaten der jemenitischen Regierung haben nach eigenen Angaben übers Wochenende innerhalb von 24 Stunden 181 Angriffe gegen die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz durchgeführt – mit Artillerie, Raketenwerfern und Drohnen. Ziele waren Militärstützpunkte, Waffendepots und Fahrzeuge in verschiedenen Landesteilen, wie ein Armeesprecher sagte. Dutzende Kämpfer der Miliz seien getötet oder verletzt worden.
Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Von den Houthi gab es dazu zunächst keine Reaktion.
Der Armeesprecher nannte die Attacken eine Antwort auf Houthi-Angriffe auf zivile Ziele im Jemen, darunter Firmen und Hafenanlagen. So ruht etwa im Hafen von Mokka der Schiffsverkehr, nachdem dort über mehrere Tage gut 25 Raketen eingeschlagen waren, wie der Hafendirektor berichtete. Sieben Menschen seien getötet worden und ein Millionenschaden entstanden.
Die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete am Nachmittag unter Berufung auf eine Quelle beim Militär, die Houthis hätten “militärische Verstärkung des saudi-arabischen Feindes” im Raum Mokka und in der Provinz Marib mit Raketen und Drohnen angegriffen.
Im Westen eine größere Offensive
Der Konflikt zwischen der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung und den Houthi hat sich zuletzt verschärft. An der Westküste des Landes auf der arabischen Halbinsel läuft seit Ende der Woche eine größere Offensive der Regierungstruppen. Es ist die schwerste Eskalation seit Inkrafttreten einer inoffiziellen Waffenruhe im Jahr 2022.
Saudi-arabische Behörden warnen vor “Gefahr” an Grenze zum Jemen
Die saudi-arabischen Behörden warnten unterdessen nach wiederholten Angriffen der jemenitischen Houthi-Milizen auf den Süden Saudi-Arabiens vor “möglicher Gefahr” in der Grenz-Provinz Jazan. Es liege eine Warnung des nationalen Frühwarnsystems für Jazan vor, erklärte die Zivilschutzbehörde am Sonntag. Die Houthi-Rebellen im Jemen hatten in den vergangenen Wochen mehrfach Energie- und Ölinfrastruktur in Jazan angegriffen.
Die Spannungen zwischen der Houthi-Miliz und Saudi-Arabien hatten zuletzt deutlich zugenommen. Bereits im Juli hatte die Miliz eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und Angriffe auf saudi-arabische Öltanker im Roten Meer gemeldet.
Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hatte seit 2015 die international anerkannte jemenitische Regierung im Kampf gegen die Houthis unterstützt. Seit der von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Die jüngsten Angriffe drohen diese faktische Feuerpause zu beenden.
Die Houthis kontrollieren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa und Gebiete an der Grenze zu Saudi-Arabien.