Rekord-Frauenanteil in Vorständen: Trotzdem nur 15 Prozent

Der Frauenanteil in den Vorstandsgremien börsennotierter Firmen in Österreich hat laut neuester Auswertung ein Rekordniveau erreicht. 29 von 190 Vorstandsmandaten sind weiblich besetzt, was 15,3 Prozent entspricht, wie die Beratungsfirma EY erhob. Allerdings haben 30 der 55 untersuchten Firmen aus dem Wiener Börse Index (WBI) keine einzige Frau im Gremium, also mehr als der Hälfte. Mit Emma Delaney als OMV-CEO gibt es immerhin wieder eine Vorstandschefin.
Während gesetzliche Vorgaben die Entwicklung in den Aufsichtsräten deutlich beschleunigen und 174 von 524 Mandaten (33,1 Prozent) weiblich besetzt sind, steigt der Frauenanteil in den Vorständen ohne Quotenvorschriften deutlich langsamer, geht weiters aus dem am Dienstag veröffentlichten “EY Mixed Leadership Barometer Österreich” mit Stichtag 1. September 2026 hervor. Neue Vorgaben erhöhen für Aufsichtsratsbesetzungen zudem den Handlungsdruck. Denn seit 30. Juni 2026 gilt für neu gewählte oder entsandte Aufsichtsratsmandate börsennotierter Gesellschaften eine 40-Prozent-Zielgröße, die schrittweise bei Neubesetzungen umgesetzt werden muss.
Bei den Vorständen lag der Frauenanteil zum Jahresanfang 2026 mit 14,4 Prozent etwas tiefer als aktuell. Gegenüber Juli 2015, als lediglich sieben von 169 Vorstandsmitgliedern Frauen waren, hat sich die Quote aber auch mehr als verdreifacht. “Der neue Höchstwert darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Frauen in der operativen Unternehmensführung weiterhin klar unterrepräsentiert sind”, schreibt EY in seiner Analyse.