Rektoren wollen weniger Latein-Pflicht an Unis
Die Universitätenkonferenz tritt dafür ein, Latein als Zugangsvoraussetzung für diverse Studien zu streichen. Eine entsprechende Empfehlung wurde laut “Standard” an den zuständigen Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) gerichtet. Kein Latinum mehr vorweisen müsste man gemäß dem Vorschlag der Rektoren für sämtliche Lehramtsfächer mit Ausnahme von Latein, aber auch nicht für Jus, Medizin und beispielsweise evangelische Theologie.
Bei anderen Fächern plädiert man für die Beibehaltung. Dazu gehören neben Philosophie etwa auch Geschichte, Kunstgeschichte und katholische Theologie. Dass man in über 30 anderen Fächern von der Lateinpflicht absehen will, begründet Uniko-Chefin Brigitte Hütter damit, dass immer mehr Studierende ihre Lateinkenntnisse als eine der letzten Prüfungen vor dem Abschluss nachwiesen. Daraus lasse sich ableiten, dass der Stoff auch ohne formale Lateinprüfung beherrschbar sei.
Zwei unterschiedliche Latein-Typen an den Unis
Derzeit gibt es zwei unterschiedliche Voraussetzungen Latein betreffend, die in etwa 50 Studienrichtungen abgebildet sind. Bei sieben Studien muss man schon vor Antritt des Studiums die Kenntnisse nachweisen. In sechs von diesen (Alte Geschichte, klassische Archäologie, klassische Philologie, Latein, Altertumswissenschaft, Lehramt Latein) würde dies auch bei den Uniko-Plänen so bleiben. Einzig bei Ägyptologie würde man sie abschaffen.
Bei den übrigen Fächern ist Latein erst während des Studiums nachzuweisen. Dies betrifft eben Fächer wie Geschichte, Anglistik, Deutsche Philologie, Judaistik und etliche mehr, bei denen die Uniko keinen Änderungsbedarf sieht. Keinen Sinn in einer Latein-Pflicht erkennt man dagegen beispielsweise bei Pharmazie, Human- und Veterinärzmedizin, Sprachwissenschaften, Rechts- und Musikwissenschaften.