Rotes Kreuz weitet Temperaturmessungen im Rettungsdienst aus

27.06.2026 • 05:00 Uhr
Rotes Kreuz weitet Temperaturmessungen im Rettungsdienst aus

Das Rote Kreuz weitet das Projekt zu Temperaturmessungen im Rettungsdienst aus. Ab heuer finden Temperaturmessungen an Einsatzorten in insgesamt sieben Bundesländern statt. Die dadurch erhobenen Daten sollen einerseits direkt die Versorgung von Patienten verbessern. “Andererseits erhoffen wir uns durch die Auswertung auch weitere Erkenntnisse zu Hitze in Zusammenhang mit Gesundheit”, erklärte Patrick Hasler, Bereichsleiter für Gesundheit, Einsatz und Soziales, der APA.

Im vergangenen Jahr habe man durch Daten in Vorarlberg, Salzburg und Niederösterreich bereits erste Erkenntnisse zum Heat-Index (eine Messgröße zur Beschreibung der gefühlten Temperatur basierend auf Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur) gewonnen. “Umso höher der Heat-Index, umso höher die Anzahl der Einsätze an den Tagen”, sagte Hasler. “Je plus ein Grad mehr sorgt für eine Steigerung der Einsätze um 4,8 Prozent”, sagte Hasler.

Noch wenig Datenmaterial

Von den Daten erhofft sich das Rote Kreuz einerseits eine bessere Versorgung von Patienten. “Bisher wird in der Regel nicht erfasst oder wurde nicht erfasst, wie die Temperatur am Auffindungsort ist”, sagte Hasler. “Das heißt, die Klinik, die diesen Patienten oder diese Patientin nachher weiterbehandelt, weiß davon nichts.” Die Temperatur würde jedoch wichtige Hinweise für das behandelnde Personal in der Klinik liefern.

Darüber hinaus gebe es bis auf das Thema Übersterblichkeit und Hitze nur geringes Datenmaterial. Die Zahlen sollen nun weitere Erkenntnisse und Zusammenhänge liefern, wie sich erhöhte Temperatur auf die Gesundheit von Menschen auswirken könne.

Bereits alle Fahrzeuge ausgestattet

Erklärtes Ziel von Hasler ist, dass künftig irgendwann in allen Bundesländern standardmäßig Temperaturmessungen am Einsatzort stattfinden. Das Equipment dazu sei bereits vorhanden. “Alle 2.200 Fahrzeuge in Österreich sind bereits mit Messgeräten ausgestattet”, sagte Hasler. Weil für den Rettungsdienst in jedem Bundesland unterschiedliche Vorgaben gelten, seien derzeit aber noch nicht alle Bundesländer involviert.

Für die weiteren Auswertungen hofft Hasler auf eine Partnerschaft oder Kooperation mit einer Universität. “Wir sind schließlich keine Wissenschafter”, erklärt er und verweist deswegen auch darauf, dass die bisherigen Erkenntnisse lediglich eine Korrelation darstellen “und noch keine Kausalität”. “Aber es ist natürlich ein Zeichen, es gibt einen Trend.”

Gerade Hitze sei ein Thema, das ihn und seine Kollegen im Rettungsdienst noch länger beschäftigen werde, glaubt Hasler. “Die Temperatur ist nicht nur relevant für den Tag sondern auch für dort, wo die Leute wirklich leben.”Es mache eben “einen Unterschied, ob ich eine klimatisierte Wohnung habe oder im sechsten Stock eine Dachgeschosswohnung.”