Rotes Kreuz will 250 Mio. Euro jährlich für Krisenvorsorge

20.10.2026 • 12:31 Uhr
Rotes Kreuz will 250 Mio. Euro jährlich für Krisenvorsorge

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) hat sich am Dienstag für Investitionen von 250 Millionen Euro jährlich für die zivile Krisenvorsorge ausgesprochen. Das sei keine Forderung für das ÖRK allein, sondern für alle Einrichtungen der kritischen Infrastruktur insgesamt, betonte Generalsekretär Michael Opriesnig. Es seien “nicht nur Ausgaben für das Militär und Vorbereitung für das Militär wichtig”. Auch Privatpersonen sollten zudem ein Notpaket für den Krisenfall parat haben.

Auf der Internetseite des Roten Kreuzes gibt es Checklisten für jeden Haushalt, riet ÖRK-Präsident Gerald Schöpfer zur Vorbereitung auf Katastrophen wie Extremwetterereignisse oder einen Blackout. Auch die Team-Österreich-App und die neue ZIVA-App seien praktische Hilfen für den Ernstfall. Das Rote Kreuz ist dabei laut Schöpfer in der Gesellschaft gut verankert. “Über eine Million Österreicherinnen und Österreicher unterstützen uns regelmäßig durch Geldspenden und Blutspenden”, betonte er bei der Pressekonferenz.

Forderung “auch in Zeiten des Sparzwangs”

Deutschland investiert bis 2029 zehn Milliarden Euro in die zivile Verteidigung, berichtete Opriesnig. Auf die kleinere Bevölkerung Österreichs im Verhältnis 1:10 heruntergerechnet würde das “250 Millionen Euro pro Jahr für zivile Vorbereitung, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit” bedeuten. Konkret gehe es um den Schutz der kritischen Infrastruktur, die Sicherung von Energie-, Wasser- und Lebensmittelversorgung, der Gesundheitssysteme, Transportwege sowie digitalen Netze und um moderne Warnsysteme sowie gut ausgebildete Einsatzkräfte.

“Ja, die Forderung ist da, auch in Zeiten des Sparzwangs, weil wir nämlich überzeugt sind, dass die Vorsorge eines jeden Einzelnen unsere gemeinsame Sicherheit stärkt”, erläuterte Opriesnig. “Militärische Stärke reicht im Extremfall nicht aus, wenn die Gesellschaft nicht widerstandsfähig ist”, hielt er fest. Das sei eine Forderung nach mehr Geld “für die Bevölkerung, der wir dienen, und ich würde sagen, sparen ist sicher gescheit, aber man soll mit Hirn sparen und nicht am Hirn sparen”, sagte auch Schöpfer.

Humanitäres Völkerrecht verteidigen

Weltweit gibt es derzeit mehr als 130 bewaffnete Konflikte. Opriesnig betonte die gemeinsame Verantwortung aller Staaten, “das humanitäre Völkerrecht zu verteidigen” und übte Kritik am Töten von Zivilistinnen und Zivilisten sowie von Hilfskräften. “Menschen sterben in den Wohnungen, auf dem Weg zur Arbeit, weit weg von der Front. Das trägt sich nicht nur in der Ukraine zu, sondern das ist auf der ganzen Welt derzeit der Fall, und warum ist das der Fall, weil die Entscheidungsträgerinnen und -träger dieser Welt mittlerweile akzeptieren, dass das humanitäre Völkerrecht tagtäglich mit Füßen getreten wird.”

Das Rote Kreuz ist auf Katastrophen im In- und Ausland unter anderem mit dem Katastrophenhilfezentrum Inzersdorf in Wien-Liesing vorbereitet, wo die Jahrespressekonferenz des ÖRK stattfand. Auf 7.500 Quadratmetern und rund 3.000 Paletten werden beispielsweise Zelte, Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen, Feldbetten und Feldküchen gelagert, aber auch Einweghandschuhe, Uniformen und weitere Produkte für die Aufrechterhaltung des Dienstes in den 400 Rot-Kreuz-Dienststellen in Österreich.

(S E R V I C E – Tipps und Checklisten für die private Katastrophenvorsorge: )