Salzburg auf Platz 1 aus, Sturm mit letztem Aufgebot in Wien
Red Bull Salzburg hat nach der dreiwöchigen Länderspielpause die Chance, zumindest einen Tag an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga zu stehen. Das wäre schon bei einem Remis beim achtplatzierten GAK am Samstag (17.00 Uhr) zum Auftakt der 8. Runde der Fall. Klares Ziel ist, auch das 15. Pflichtspiel unter Danny Röhl ungeschlagen zu überstehen. Die Wiener Austria empfängt den ersatzgeschwächten Vizemeister Sturm Graz (19.30), Ried gastiert bei der WSG Tirol (17.00).
GAK – Salzburg: Unbesiegte “Bullen” auf Platz eins aus
Salzburg ist in 14 Pflichtspielen unter Danny Röhl ungeschlagen, der GAK unter Gerald Scheiblehner aber ebenfalls noch nicht als Verlierer vom Rasen gegangen. Die Grazer nehmen sich vor dem Heimspiel demnach viel vor. “Wichtig ist, dass man an seine Stärken glaubt. Und da sind genügend vorhanden in der Mannschaft”, sagte Scheiblehner. Klar sei aber auch: “Wir haben mit Red Bull die wahrscheinlich stärkste Mannschaft der Liga in Graz zu Gast. Das ist eine absolute Testung, wie weit wir schon sind.” Die Rotjacken gehen mit Chancen auf den Sprung in die Top sechs ins Spiel. Salzburg darf bei einem Zähler Rückstand auf Rapid die Spitzenposition ins Auge fassen.
Röhl will “in der Liga wieder angreifen”, wie er betonte. Der zwölfte Sieg im 14. Spiel unter dem Deutschen soll die ideale Einstimmung auf das Europa-League-Heimspiel gegen Milan am kommenden Donnerstag werden. In der Länderspielpause waren einige Profis auf Reisen. Mit Torhüter Christian Zawieschitzky und Kapitän Nikolas Veratschnig kamen zwei Internationale jedoch verletzt retour. Ob Zawieschitzky in Graz einlaufen kann, ist offen. Christian Früchtl stünde als Ersatzmann bereit.
Den GAK stufte Röhl als “anspruchsvolle Aufgabe” ein. Zehn Heimspiele sind die Grazer saisonübergreifend in der Liga unbesiegt. In den vier Partien unter Scheiblehner ist das Selbstvertrauen gewachsen. “Ich denke, dass wir super Schritte gemacht haben in den letzten Wochen”, meinte der Oberösterreicher. Er war als Coach von Blau-Weiß Linz einst ein Salzburg-Spezialist (zwei Siege, ein Remis in sechs Duellen). Außenverteidiger Tim Trummer steht gegen seinen Ex-Club wieder zur Verfügung. Ismael Guerti erlitt hingegen einen Rückschlag, für den Franzosen dürfte die Herbstsaison zu Ende sein.
WSG – Ried: Blick beider Teams nach oben und unten
Fünfter gegen Siebenter, beide acht Punkte: Die Tiroler und Rieder starten mit einer ähnlichen Ausgangssituation in das Duell am Innsbrucker Tivoli. “Jeder Spieltag kann für sich Tendenzen verändern, weil viele Vereine noch in der Entwicklungsphase sind. Wenn du einen Entwicklungsschritt machst, kann es in die eine Richtung gehen, wenn du einen Rückschritt machst, in die andere Richtung”, sagte WSG-Trainer Philipp Semlic. Tatsächlich hat sein Team nur drei Zähler mehr als der Vorletzte WAC. Um den Abstand nach hinten zu vergrößern, soll nach zwei sieglosen Auftritten gegen Hartberg (2:2) und bei Rapid (0:3) die Rückkehr auf die Siegerstraße gelingen.
“Uns erwartet ein Gegner, der hohe Qualität in den eigenen Reihen hat, die Ried-DNA aber nicht verloren hat, die das Team vergangene Saison ausgezeichnet hat. Von da her wissen wir, was uns erwartet. Wir müssen über uns hinauswachsen”, erläuterte der Steirer. Mit viel Selbstvertrauen tritt Goalie Salko Hamzic an, der beim 1:1 gegen Schweden im bosnischen Nationalteam debütierte. Entschieden habe sich der Ex-ÖFB-Nachwuchs-Teamtormann für dieses aufgrund der “besseren Perspektive”, wie der 20-Jährige am Donnerstag sagte.
Die Rieder zeigten zuletzt mit einem 1:1 gegen Salzburg und 4:1 gegen den WAC jeweils Heimstärke. Auswärts gab es in drei Anläufen aber erst einen Punkt. “Wir haben aus den letzten Spielen viel Selbstvertrauen mitgenommen und wollen unsere Stärken auch in Tirol gegen einen spielerisch starken Gegner wieder auf den Platz bringen. Wir freuen uns auf ein intensives Spiel und wollen von Beginn an mutig auftreten”, meinte Ried-Trainer Mario Despotovic. Die Innviertler verloren von den jüngsten sechs direkten Duellen nur das jüngste am 25. April mit 0:1 in Innsbruck. Zu Hause ist die WSG aber gegen Ried sechs Ligaspiele unbesiegt.
Austria – Sturm: Verletzungsgeplagte Grazer wie Wiener auf Zähler aus
Die Austria sucht gegen einen vom Verletzungspech heimgesuchten SK Sturm den Weg nach oben. Bei den Grazern fehlen angefangen von Otar Kiteishvili sieben Spieler verletzt, dazu kommen die angeschlagenen Albert Vallci und Arjan Malic sowie der gesperrte Jürgen Heil. Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch ist dennoch “überzeugt, eine starke Mannschaft auf den Platz zu bekommen”. In Wien-Favoriten will Ingolitsch nicht nur ein gutes Gefühl für die Europa-League-Reise nach Bournemouth in der kommenden Woche bekommen, sondern vor allem mit Blick auf die Tabelle voll anschreiben.
“Wir wollen kompromisslos in den Zweikämpfen auftreten, intensiv sowie mutig mit dem Ball agieren und so wichtige Punkte für die Tabelle mit nach Graz nehmen”, betonte der Chefcoach. Dort liegt sein Team als Vierter bereits sieben Zähler hinter Leader Rapid und fünf hinter dem drittplatzierten LASK. Groß mit der Mannschaft arbeiten konnte Ingolitsch in der Länderspielpause nicht, da Sturm viele Internationale abstellen musste. Beim bisher jüngsten Auftritt bei der Austria siegte Sturm im März 5:2.
Bei den Wienern sollen die “Tanks” wieder voll sein. Stephan Helm ist mit seiner Elf ebenfalls unter Druck. Als Zehnter hechelt die Austria den eigenen Ansprüchen hinterher, auf die fünftplatzierte WSG Tirol fehlt aber nur ein Punkt. “Wir müssen zeigen, dass uns die Situation nicht egal ist. Das muss man von der ersten Minute an spüren”, betonte Kapitän Manfred Fischer. Helm stellte sich auf ein intensives Spiel ein. Wert gelegt wurde in den vergangenen Wochen darauf, das Gegenpressing zu verbessern. Den Verletzungssorgen des Gegners wollte Helm nicht zu viel Bedeutung zumessen. “Sturm hat einen großen Kader, der aufgestellt ist für Doppelbelastung.”