WAC zittert sich nach Elferschießen ins Cup-Achtelfinale
Der WAC hat das Cup-Aus als einziger Fußball-Bundesligist gerade noch vermieden. Die Kärntner setzten sich am Sonntag nach schwacher Darbietung gegen Drittligist Parndorf erst im Elfmeterschießen durch. Sicher zogen am Sonntag Salzburg, Hartberg und der GAK ins Achtelfinale ein, womit erstmals seit 2003 alle Bundesligisten in der Runde der letzten 16 stehen. Zu den zwölf Erstligisten gesellen sich vier Zweitligisten.
Titelmitfavorit Salzburg legte beim 3:0 (2:0) in St. Pölten einen seriösen Auftritt ohne großen Glanz hin. Den höchsten Sieg des Tages feierte Hartberg beim 4:0 (4:0) bei Vorwärts Steyr. Der GAK setzte sich in Kitzbühel 2:0 (1:0) durch. Der Cup-Krimi des Tages fand aber im Burgenland statt, wo der heimische Regionalligist einem fehlerbehafteten Bundesligisten alles abverlangte und zweimal einen Rückstand ausglich.
“Zwei blaue Augen” für den WAC
Beim Cupsieger von 2025 lief von Beginn an wenig zusammen, zu allem Überfluss verletzte sich Abwehrchef Nicolas Wimmer ohne Fremdeinwirkung mutmaßlich schwer am rechten Knie. Weil es auch für Stürmer Giacomo Vrioni nicht mehr weiterging, hatte WAC-Coach Thomas Silberberger bereits nach gut einer Stunde sein Wechselkontingent ausgeschöpft. Dennoch schien der Bundesligist die Sache in regulärer Spielzeit zu regeln, als Markus Pink nach Freistoßflanke von Dominik Fitz einköpfelte (79.).
Der Vierte der Regionalliga Ost steckte aber nicht auf, und Dominik Schmidt köpfelte die Burgenländer nicht unverdient in die Verlängerung (91.). In dieser flog prompt WAC-Akteur Otar Mamageishvili mit Gelb-Rot vom Platz (92.). Zwar schoss Luca Hassler einen bereits in den Seilen hängenden WAC erneut voran (96.), danach spielte aber fast nur noch Parndorf. Fabian Ziniel gelang per Kopf das 2:2 (107.). Im Elferschießen trafen je vier der ersten fünf Schützen, ehe ausgerechnet Schmidt an WAC-Keeper Lior Glicklich scheiterte.
“Wir sind mit zwei blauen Augen rausgekommen, aber die schwere Verletzung macht den Sieg eigentlich wertlos”, sagte Silberberger mit Blick auf seinen Verteidiger. Hinzu kam die Leistung. “Zweimal in Führung, zweimal haben wir es nicht sauber verteidigt – es ist extrem viel zu tun.” Immerhin Losfee Herbert Prohaska war den Kärntnern gnädig. Mit Hertha Wels zog der WAC eines der leichteren Lose.
Tabakovic schießt Salzburg nach Latten-Glück in Front
Salzburgs Rotationself – im Vergleich zum 5:1 gegen Rapid standen sieben neue Akteure in der Startelf – erfüllte gegen die schwach in die 2. Liga gestarteten St. Pöltener die Pflicht. Zwar benötigte die Elf von Danny Röhl zunächst Glück, als Leomend Krasniqi die Latte traf. Praktisch im Gegenzug war aber Haris Tabakovic zur Stelle. Der Mittelstürmer erzielte im neunten Einsatz für Salzburg sein neuntes Tor (23.).
Der SKN hielt im Rahmen seiner Möglichkeiten dagegen, die größere Klasse jedoch zeigte sich im Abschluss. Ein verunglückter Kopfball Niklas Szerencsis wurde zur Steilvorlage für Aboubacar Camara, der im Laufduell seinen Gegenspieler abschüttelte und auf 2:0 stellte (33.). Der Entscheidung ging dann ebenfalls eine verpasste SKN-Chance voraus: Christian Früchtl parierte gegen Luis Hartwig, während auf der Gegenseite Bartosz Mazurek einen Abpraller zum 3:0-Endstand verwertete (50.). Im Achtelfinale wartet auswärts Zweitligist Bregenz.
“Wir hatten heute schon das eine oder andere Mal Glück, deswegen erst einmal Kompliment an den Gegner. St. Pölten hat das heute wirklich gut gemacht, einen guten Mix gefunden gegen den Ball, und vor allem mit Ball hatten sie sehr gute Lösungen. Da waren wir nicht scharf genug”, analysierte Röhl. “Das 3:0 ist trotzdem ein standesgemäßes Ergebnis. Da kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, auch wenn wir uns in der Umsetzung an der einen oder anderen Stelle schon verbessern müssen.”
GAK “stabil”, Hartberg ungefährdet
Der GAK ging in Kitzbühel bereits in der 3. Minute durch Alexander Hofleitner in Führung, verabsäumte es dann aber nachzulegen. Yannick Oberleitner gelang beim Tiroler Drittligisten erst in Minute 77 das 2:0. “Wir hätten es uns leichter machen können, weil wir sehr viele Torchancen vorgefunden haben. Aber wir sind von der Mentalität stabil geblieben und haben sehr diszipliniert weitergespielt”, sagte GAK-Trainer Gerald Scheiblehner. Achtelfinalgegner der “Rotjacken” ist zuhause Altach.
Hartberg trifft dann in Wien auf die Austria. In Steyr war die Elf von Markus Schopp völlig ungefährdet. Mit einem Doppelschlag durch Tobias Kainz (15.) und Angelo Gattermayer (18.) stellten die Steirer die Weichen auf Sieg. Marco Hoffmann mit seinem bewerbsübergreifend bereits vierten Saisontor (30.) und Magnus Dalpiaz (41.) machten schon vor der Pause alles klar.