Salzburger Festspiele: Kaufmännische Direktion gesucht

Die Salzburger Festspiele haben nun den Posten einer kaufmännischen Direktorin oder eines kaufmännischen Direktors für das Festival ausgeschrieben. Der Vertrag mit Lukas Crepaz läuft Ende März 2027 turnusmäßig aus. Weiter ist unklar, ob sich der Wirtschaftswissenschafter und Kulturmanager nach zehn Jahren im Amt erneut bewerben wird. Eine entsprechende Anfrage der APA blieb am Freitag unbeantwortet. Die Stelle wird ab 1. April 2027 für die Dauer von fünf Jahren besetzt.
Die Bewerbungsfrist endet am 24. November. Als zentralen Aufgabenbestandteil für die kommenden Jahre nennt die Ausschreibung des Kuratoriums neben der Geschäftsführung explizit das Projekt “Festspielbezirk 2030” – die umfassende Sanierung, Erneuerung und Erweiterung der Festspielhäuser bei laufendem Betrieb. Im Zuge der Arbeiten wird das Große Festspielhaus im Jahr 2028 nur eingeschränkt nutzbar sein und in den Jahren 2029 und 2030 nicht zur Verfügung stehen. “Diese außergewöhnliche Situation erfordert eine künstlerisch wie strukturell überzeugende Ausrichtung des Festivalbetriebs für diesen Zeitraum.”
Wesentlicher Bestandteil der Bewerbung sei darum ein Konzept, das sich explizit mit diesen strukturellen Rahmenbedingungen auseinandersetze. Relevant dafür sei unter anderem auch ein sehr gutes Einvernehmen und eine produktive Zusammenarbeit im Direktorium selbst. Neben der Festspielpräsidentin und der Intendantin bzw. dem Intendanten hält der kaufmännische Direktor den dritten Sitz im Direktorium der Salzburger Festspiele.
Crepaz gilt als Schlüsselfigur für den “Festspielbezirk 2030”
Der bisherige kaufmännische Direktor Crepaz gilt als Schlüsselfigur beim gut 400 Millionen Euro schweren Umbau der Festspielhäuser, den er acht Jahre lang vorbereitet hat. Nach einem Treffen zwischen ihm und Mitgliedern des Festspielkuratoriums Mitte September machten allerdings Gerüchte die Runde, dass eine neuerliche Bewerbung auf der Kippe stehe. Ob das mit persönlichen Gründen, Konflikten mit dem Direktorium oder dem verstärkten politischen Gegenwind bei der Finanzierung des Großprojekts zu tun hat, bleibt unklar.
Fest steht, dass Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) – sie ist Vorsitzende des Festspielkuratoriums – im Sommer überraschend einen Kostendeckel für das Gesamtprojekt eingezogen hat. Demnach muss Crepaz in der zweiten, noch nicht ausfinanzierten Bauphase mit rund 86 Millionen Euro weniger auskommen, als ursprünglich geplant.
Fest steht bereits, dass Peter de Caluwe als nächster Festspiel-Intendant agieren wird. Er tritt sein Amt nach der Saison 2027 an.
(S E R V I C E: Ausschreibung unter )