Sanierung der steirischen Heidenbauer-Gruppe gescheitert

23.07.2026 • 10:00 Uhr

Der im November 2025 gestartete Restrukturierungsprozess der insolventen steirischen Heidenbauer-Gruppe ist gescheitert. Wie das Unternehmen mitteilte, ist eine Fortführung des Geschäftsbetriebs nicht mehr möglich. Davon seien rund 100 Beschäftigte betroffen, die nun ihren Arbeitsplatz verlieren. Die weiteren Schritte würden im Rahmen der laufenden Verfahren in Abstimmung mit der zuständigen Insolvenzverwaltung erfolgen.

Als Grund für das endgültige Aus nannte der Konzern eine angeblich nicht eingehaltene, verbindliche Finanzierungszusage seiner Hausbank. Wesentliche Finanzierungsschritte seien von dem Institut teilweise gar nicht oder nur unvollständig umgesetzt worden, was zu einer akuten Liquiditätskrise geführt habe. Eine Stellungnahme der Bank zu diesen Vorwürfen und ihren Motiven liegt nicht vor. Heidenbauer-Eigentümer Batoor Khan, der laut Unternehmensangaben zuvor “erhebliche private Mittel” eingebracht hatte, zeigte sich angesichts der Entwicklung “fassungslos”.

Klage gegen Bank steht im Raum

Das Vorgehen der Bank dürfte jedoch ein rechtliches Nachspiel haben. Wie aus informierten Kreisen verlautet, erwägt die Unternehmensgruppe rechtliche Schritte. Demnach steht eine Feststellungsklage im Raum, mit der sämtliche Schäden geltend gemacht werden sollen, die durch die nicht umgesetzte Finanzierung entstanden sind.

Die Heidenbauer-Gruppe hatte im November 2025 mit Gesamtpassiva von rund 63,1 Mio. Euro Insolvenz angemeldet. Auslöser der größten steirischen Unternehmensinsolvenz des Jahres 2025 waren neben drastischen Preissteigerungen bei Material und Energie auch die allgemeine Krise in der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie Zahlungsausfälle von Großkunden. Ursprünglich sah das Konzept vor, wirtschaftlich tragfähige Bereiche der Gruppe in Auffanggesellschaften fortzuführen und zu sanieren, was durch den nunmehrigen Stopp der Finanzierung endgültig gescheitert ist.