Saudi-Arabien fängt Drohnen aus dem Irak ab

28.07.2026 • 23:53 Uhr
Saudi-Arabien fängt Drohnen aus dem Irak ab

Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben im Irak gestartete Drohnen abgefangen. Wie das Verteidigungsministerium der Golfmonarchie am späten Dienstagabend mitteilte, richtete sich der Drohnenangriff auf die Ölanlagen des Landes. Ministeriumssprecher Turki al-Maliki erklärte, die Luftabwehr habe “mehrere Drohnen abgefangen und zerstört”. Für die “neuen Terrorangriffe” machte er “von mit dem Iran in Verbindung stehenden Milizen” verantwortlich.

Ungeachtet der Angriffspause zwischen den USA und dem Iran hatte Saudi-Arabien bereits zuvor Attacken auf sein Staatsgebiet gemeldet. Das Verteidigungsministerium in Riad erklärte am Montag, mehrere aus dem Irak gestartete Drohnen abgefangen und zerstört zu haben, die auf Ölanlagen gezielt hätten. Der irakische Regierungschef ordnete eine Untersuchung der saudi-arabischen Angaben an.

Der Zusammenschluss pro-iranischer schiitischer Milizen “Islamischer Widerstand im Irak” bezeichnete die Vorwürfe als “Erfindungen”. Riad wolle damit lediglich seine Unfähigkeit rechtfertigen, auf die “schmerzhaften jemenitischen Angriffe” der Houthi zu reagieren. Für den Fall eines saudi-arabischen Vorgehens im Irak drohte die Gruppe mit einer “harten” Antwort.

Derweil reklamierte die pro-iranische Houthi-Miliz im Jemen den Angriff auf einen saudi-arabischen Öltanker im Roten Meer für sich. Der Tanker “NCC Ghazal” habe gegen eine Seeblockade der Huthis für saudi-arabische Schiffe “verstoßen”, erklärte die Miliz am Dienstag über ihren Fernsehsender Almasirah. Das Schiff habe “Warnungen ignoriert und war gezwungen umzukehren, nachdem mehrere Raketen abgefeuert wurden”.

Saudi-Arabien greift Houthi an

Nach Daten der Plattform MarineTraffic fährt die “Ghazal” unter saudi-arabischer Flagge. Der letzte bekannte Standort des Tankers war der Hafen von Yanbu am Roten Meer. Dort endet die wichtige Ost-West-Ölpipeline, über die Rohöl von den Förderstätten am Persischen Golf fließt. Mit ihrer Hilfe kann die vom Iran seit Kriegsbeginn de facto gesperrte Straße von Hormuz umgangen werden.

Die von Teheran unterstützte Houthi-Miliz hatte in der vergangenen Woche jedoch eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither nach eigenen Angaben saudi-arabische Öltanker und Ölanlagen angegriffen. Am Montag meldete die Miliz Drohnenangriffe auf “sensible Knotenpunkte” für den Öltransport nach Yanbu. Saudi-Arabien griff Ziele in von den Houthi kontrolliertem Gebiet im Jemen an.

Eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition hatte seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Houthi unterstützt. Seit einer von der UNO vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 waren die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen gekommen. Die jüngsten gegenseitigen Angriffe drohen diese faktische Feuerpause zu kippen.