Schiff vor Jemens Küste mit Seedrohne angegriffen

04.08.2026 • 18:41 Uhr

Vor Jemens Küste ist lokalen Angaben zufolge ein hölzernes Schiff mit einem Drohnenboot angegriffen und versenkt worden. Es handle sich um ein aus Dschibuti in Ostafrika kommendes Frachtschiff, das unter der Flagge Indiens gefahren sei, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der international anerkannten Regierung im Jemen. Die 14 meist indischen Besatzungsmitglieder seien von der Küstenwache und Marinesoldaten gerettet worden.

Der Angriff im Roten Meer vor der Hafenstadt Hodeidah habe zu einem Brand an Bord der “Faize Noore Oliya” geführt, woraufhin das Schiff gesunken sei. Es habe Güter in die jemenitische Hafenstadt Mokha bringen sollen. Aus Militärkreisen hieß es, das Drohnenboot stamme aus “iranischer Herstellung”.

Die vom Iran unterstützt Houthi-Miliz, auf die sich der Verdacht bei dem Angriff richtet, äußerte sich zunächst nicht. Die Miliz hatte am Mittag mitgeteilt, sie habe den Flughafen Najran im südlichen Saudi-Arabien mit einer Drohne angegriffen. Eine Bestätigung aus Riad gab es dafür nicht. 

Keine Opfer nach Angriff

Auch die mit Tarik Salih verbündeten Kämpfer an Jemens Westküste bestätigten den Angriff und den Rettungseinsatz im Roten Meer. Opfer habe es nicht gegeben, berichteten die sogenannten Nationalen Widerstandskräfte. Salih ist Mitglied von Jemens Präsidialrat, der die international anerkannte Regierung des Landes führt, und Neffe des getöteten Präsidenten Ali Abdullah Salih. Salihs Truppen kontrollieren Abschnitte an Jemens Westküste am Roten Meer. 

Die Houthi kämpfen seit Jahren gegen die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Sie haben jüngst mit einer neuen Welle an Angriffen im Roten Meer begonnen, wie schon 2023. Dabei haben sie mehrere Schiffe attackiert oder diese gezwungen, einen langen Umweg über das Kap der Guten Hoffnung zu nehmen. 

Wegen der Angriffe wird befürchtet, dass die wichtige Meerenge Bab al-Mandab wie die Straße von Hormuz faktisch geschlossen werden könnte – mit noch schwereren Folgen für den Welthandel und Energiepreise. Der Verkehr durch Bab al-Mandab läuft aber vorerst weiter. China soll Kontakt mit den Houthi aufgenommen haben, um Angriffe auf seine Schiffe zu vermeiden und die sichere Durchfahrt zu ermöglichen.