Schloss Ambras in Tirol soll aufgewertet werden
Jonathan Fine, der Generaldirektor des KHM-Museumsverbands, beabsichtigt eine Aufwertung von Schloss Ambras in Tirol. Er sei bereit, in Schloss Ambras zu investieren, Voraussetzung dafür sei allerdings “ein klares und gutes Konzept für die Weiterentwicklung”, wie er im Interview mit der “Tiroler Tageszeitung” (Samstag) sagte. Man werde jedenfalls respektvoll mit der Geschichte des Schlosses umgehen und von der Präsentation von Schlössern in anderen Ländern lernen.
Als Beispiel für eine Weiterentwicklung nannte Fine das Ambraser Schlossfest im August, dieses sei “schön und wichtig”. In seinen Augen könnten aber über das Jahr “vermehrt solche Aktivitäten stattfinden”. Dass Schloss Ambras lediglich ein geografisch weit entferntes Anhängsel des Kunsthistorischen Museums in Wien sein könnte, verneinte Fine. “Ambras ist der einzige Standort des KHM-Verbands außerhalb von Wien und gerade deshalb umso wichtiger”, stellte er fest.
Exponate aus dem KHM in Innsbruck zeigen
Fine zeigte sich auch offen gegenüber der Idee, berühmte Exponate aus dem Kunsthistorischen Museum in einer Sonderschau in Schloss Ambras auszustellen. “Ich fände es großartig, wenn man Hauptwerke von Wien nach Tirol bringen würde”, sagte er. Es gebe vieles aus KHM-Beständen, das man in Schloss Ambras zeigen könnte. Der Standort habe mehr Potenzial als die rund 100.000 Besucher pro Jahr, die aktuell verzeichnet werden. Er wünschte sich die Institution “als Kultureinrichtung ersten Ranges”, die nicht nur Ziel von Touristen, sondern auch von Tiroler Familien ist.
Zu den Wirren rund um Veronika Sandbichler – die langjährige Direktorin von Schloss Ambras hatte Fine Ende März Mobbing vorgeworfen, Fine wurde vom Kuratorium des KHM-Museumsverbandes entlastet – sagte Fine, dass man sich in einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung befinde. Er nehme aus der Angelegenheit mit, dass “offener und früher transparente Schritte” gesetzt werden müssten, wenn Institutionen einen Veränderungsprozess durchlaufen. Er treffe sich oft mit der Führungsetage, es brauche aber mehr Kontakt zu den Kollegen in den Abteilungen. Dazu werde jetzt auch eine neue Stelle für die interne Kommunikation geschaffen.