Schloss Ambras mit neuer Interimsleitung

27.07.2026 • 12:04 Uhr

Nach dem Konflikt zwischen der Führung des Kunsthistorischen Museums (KHM) und der nunmehrigen Ex-Direktorin des zum KHM gehörenden Innsbrucker Schloss Ambras, Veronika Sandbichler, stellt sich Ambras personell neu auf. Mit 3. August übernimmt nun der Historiker Thomas Kuster interimistisch die wissenschaftliche Direktion, der Touristiker David Salchner wiederum tritt zeitgleich dauerhaft die neu geschaffene Funktion des Gästebetrieb-Leiters an, hieß es am Montag.

Die Ausschreibung der wissenschaftlichen Leitung bzw. Direktion erfolge “in den kommenden Wochen”, betonte man in der Aussendung außerdem. Mit den Übernahmen der beiden Leitungsfunktionen ende aber bereits jetzt die interimistische Führung von Schloss Ambras durch den KHM-Generaldirektor Jonathan Fine. Dieser hatte Ambras seit der Dienstfreistellung von Sandbichler im März vorübergehend geleitet.

Die neu geschaffene Leitung des Gästebetriebs solle nun künftig “einen bewussten Schwerpunkt auf Servicequalität, Gästeerlebnis und Standortentwicklung” legen, kündigte man an. Salchner verfüge über langjährige Führungserfahrung im Tourismus und bringe nicht zuletzt “Expertise in der Entwicklung und Vermarktung hochwertiger Gästeerlebnisse” mit. Damit solle “die Attraktivität des Hauses für Gäste aus dem In- und Ausland” nachhaltig gestärkt werden.

Kontinuität und Weiterentwicklung

Auf Kontinuität wird wiederum bei der Interimsführung der wissenschaftlichen Direktion durch Kuster gesetzt: “Der langjährige Wissenschafter des Hauses steht für Kontinuität und fachliche Kompetenz.” Damit sei “eine nahtlose Fortführung aller wissenschaftlichen Projekte sowie die Vorbereitung des Hauses auf die zukünftige Direktion” gewährleistet.

Der kommende Direktor oder die Direktorin solle dann schließlich das “Schloss Ambras Innsbruck als einen der bedeutendsten Museumsstandorte Europas weiterentwickeln.” Bis der oder die jedoch das Amt antritt, stehe mit Kuster “ein profunder Kenner des Hauses” temporär in dieser Funktion, betonte KHM-Direktor Fine. Gemeinsam mit Salchner würden nunmehr beste Voraussetzungen für eine “erfolgreiche Weiterentwicklung geschaffen”, betonte Fine weiters.

Heftiger Konflikt

Der nunmehrigen Personal-Neubesetzung war ein monatelanger, öffentlich ausgetragener Streit zwischen der Führung des Kunsthistorischen Museums und Sandbichler vorangegangen. Im März hatte die langjährige Ambras-Leiterin vor allem Fine “toxische Führungskultur” bzw. Mobbing und Bossing vorgeworfen, kurz darauf wurde sie dienstfrei gestellt. Generaldirektor Fine selbst übernahm interimistisch. Mitte Juni entlastete ein externes Gutachten von Arbeitsrechtsexpertin Sieglinde Gahleitner Fine und dessen Geschäftsführungskollegen Paul Frey, wonach kein Mobbing oder Bossing zu erkennen sei.

Mitte Juli einigten sich beide Parteien schließlich auf eine einvernehmliche Beendigung des Dienstverhältnisses. Über die Einzelheiten der Vereinbarung wurde Vertraulichkeit vereinbart. Zuvor war noch eine Kündigung der Ambras-Direktorin per Jahresende im Raum gestanden.