Schutz für Straßenarbeiter: Tests von Warnsystem ausgeweitet

Der Testbetrieb des kamerabasierten KI-Kollisionswarnsystems “CollisionEye”, das Mitarbeiter von Asfinag und ÖAMTC bei der Arbeit auf der Straße schützen soll, wird ausgeweitet. Durch ein lautes Hupsignal werden unaufmerksame Fahrer, die sich einem Pannenfahrzeug nähern, vom Kollisionskurs abgebracht. Arbeiter werden durch einen Vibrationsalarm gewarnt, wie am Donnerstag im Fahrtechnikzentrum Teesdorf demonstriert wurde. Im Juni seien dadurch zehn Unfälle verhindert worden.
Das System erkennt sich nähernde Fahrzeuge über eine gegen die Fahrtrichtung ausgerichtete Kamera, erklärte Hans Pflügl von Eyyes, dem niederösterreichischen Unternehmen, das das Assistenzsystem herstellt. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz analysiert es den Fahrweg und kann vorhersagen, ob es zu einem Zusammenstoß kommt oder nicht. Im Falle einer drohenden Kollision werden unaufmerksame Lenker und Lenkerinnen acht Sekunden vor dem prognostizierten Aufprall mit einem Hupsignal gewarnt. Fünf Sekunden davor geht ein starker Vibrationsalarm los, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pannendienste zu warnen. “Damit sich die Person noch selbst in Sicherheit bringen kann, indem sie über die Leitschiene springt”, sagte Pflügl.
Wichtig ist dabei, dass es zu keinen – oder möglichst wenigen – Fehlwarnungen kommt. “In der ersten Ausführung hat das System relativ oft gehupt”, erzählte Pflügl. Mittlerweile sei es aber ausgereift. “Die Kamera erfasst nicht nur Fahrzeuge, die sich nähern. Es ist auch eine Spurerkennung integriert, die genau separieren kann, ob das Auto oder der Lkw vorbeifährt oder direkt auf das Pannenfahrzeug zusteuert.”
Zehn Unfälle im Juni verhindert
“Wir sind stolz, dass sich das System so weit entwickelt hat, dass es praxistauglich ist und funktioniert”, sagte Bernhard Lautner, Road Safety Expert bei der Asfinag, zur APA. Denn das Arbeiten auf der Straße, insbesondere auf der Autobahn, sei gefährlich. Trotz Regelungen bestehe immer ein Restrisiko. Im Jahr gebe es im Schnitt etwa 150 Unfälle im Baustellenbereich. Bei fünf davon werden Menschen verletzt, ein bis zwei davon enden mit Schwerverletzten oder Toten. Im Testbetrieb im Juni seien durch das KI-System zehn Unfälle verhindert worden. Die Kosten liegen pro Gerät inklusive Montage bei mehreren tausend Euro und seien “überschaubar im Vergleich zum Nutzen”.
Auch beim ÖAMTC ist man mit dem Ergebnis zufrieden: “Das Feedback von unseren Testern ist äußerst positiv”, sagte Harald Feichtinger, stellvertretender Leiter der mobilen Dienste des ÖAMTC, zur APA. “Das System funktioniert einwandfrei und warnt rechtzeitig.” Eingesetzt werde es vor allem im Hochgeschwindigkeitssektor, also auf Schnellstraßen und Autobahnen, man sammle weiterhin Testergebnisse.
Seit dem Start der Testphase im Herbst 2025 waren neun Einsatzfahrzeuge der Asfinag und elf des ÖAMTC damit unterwegs. Nun wollen beide Unternehmen den Testbetrieb ausweiten und je 20 weitere Fahrzeuge damit ausrüsten. Insgesamt sind laut dem Unternehmen Eyyes bereits 250 Systeme im Einsatz – nicht nur in Österreich, sondern auch in mehreren europäischen Ländern, den USA und auch Kanada.