Sechs Vermisste nach Schiffsunglück vor Insel Samos

04.07.2026 • 19:20 Uhr

Vor der griechischen Insel Samos ist am Samstag ein groß angelegter Such- und Rettungseinsatz abgehalten worden, nachdem in der Nacht ein Boot mit Migranten nahe der türkischen Küste gekentert war. Laut griechischer Küstenwache wurde der Notfall am Freitagabend gegen 22.30 Uhr gemeldet. Türkische Einsatzkräfte retteten 34 Menschen aus dem Wasser. Allerdings galten sechs Personen als vermisst, wie es seitens beider Länder hieß. Die Suchaktionen seien weiter im Gange.

Der Vorfall verdeutlicht den Behörden zufolge die anhaltenden Gefahren der Fluchtroute über die östliche Ägäis. Trotz verstärkter Kontrollen versuchen weiterhin zahlreiche Flüchtlinge und Migranten, von der türkischen Küste aus griechische Inseln zu erreichen. Schlepper setzen dabei häufig völlig überladene und seeuntaugliche Boote ein. Das führt immer wieder zu schweren Unglücken.

Samos bleibt neben Lesbos und Chios einer der wichtigsten Ankunftspunkte im östlichen Mittelmeer. Erst in den vergangenen Tagen registrierten die Behörden zahlreiche neue irreguläre Ankünfte auf der Insel. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Wochen mehrere Hundert Migranten von Kreta in das Aufnahmezentrum auf Samos verlegt, da die südliche Ägäis und insbesondere Kreta seit Monaten einen deutlichen Anstieg der Ankünfte aus Nordafrika verzeichnen.

Die griechischen Behörden stehen damit weiterhin unter erheblichem Druck. Sowohl auf den Inseln der östlichen Ägäis als auch auf Kreta nehmen die Migrationsbewegungen während der Sommermonate traditionell zu. Die Regierung fordert eine intensivere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und den Nachbarstaaten, um Schleusernetzwerke wirksamer zu bekämpfen und gleichzeitig Menschenleben auf See zu schützen.