September ungewöhnlich warm und sonnig

Mit September hat eine extrem lang anhaltende, hochsommerliche Phase in Österreich geendet. Das berichtete die Geosphere Austria in ihrer vorläufigen Monatsbilanz. Auch im September stiegen die Temperaturen deutlich über 30 Grad. Nach dem trockenen Sommer stellten sich im neunten Monat des Jahres endlich nahezu flächendeckende Niederschläge ein, die die Trockenheit zwar nicht ganz entschärften, aber zumindest oberflächlich etwas linderten.
Am 8. September 2026 wurden an der Geosphere Austria-Messstation Pottschach (NÖ) 34,7 Grad registriert. Einen Tag später wurde die 30 Grad-Marke zum letzten Mal übertroffen. Somit stellten 171 von rund 280 aktiven Wetterstationen der Geosphere Austria einen neuen Jahresrekord an Hitzetagen (mindestens 30,0 Grad) auf.
“Die alten Stationsrekorde wurden im Schnitt um 25 Prozent übertroffen. Die meisten Hitzetage im September – nämlich fünf – gab es in Güssing (B) und Bad Radkersburg (ST)”, bilanzierte Geosphere-Klimatologe Alexander Orlik. Ab 10. September normalisierten sich die Temperaturen, dennoch war es der 14.-wärmste September in der 260-jährigen Messgeschichte. Trotzdem gab es bereits die ersten Werte unter null Grad an bewohnten Orten: An der Geosphere Austria-Station Schwarzau/Freiwald (OÖ) wurden am 23. September minus 4,4 Grad gemessen.
Niederschlagsdefizit trotz Regens
Nach drei extrem trockenen Sommermonaten fiel im September endlich wieder regelmäßig Regen. Dennoch betrug das Niederschlagsdefizit minus 26 Prozent. “Zumindest verschärfte sich die allgemein vorherrschende Dürre nicht weiter, aber die dringend notwendigen intensiven und großflächigen Niederschläge blieben auch im September aus”, betonte Orlik. Das Sommerhalbjahr 2026 zählt somit zu den vier niederschlagsärmsten in der HISTALP-Niederschlagsreihe (Beginn 1858).
Weiterhin sehr trocken blieb es im September in Vorarlberg, der Arlbergregion und im Tiroler Außerfern sowie vom Tennengau (S) bis ins Burgenland und weiter bis ins südliche Wiener Becken. Die Niederschlagsdefizite betrugen hier 50 bis 70 Prozent. Trockenster Ort Österreichs im September 2026 war Bad Radkersburg (ST) mit einem Niederschlagsdefizit von 75 Prozent. In Unterkärnten und Teilen Osttirols summierte sich hingegen ein Niederschlagsplus von 15 bis 20 Prozent.
Im September dominierte in Österreich Hochdruckwetter. Das heißt: wenig Bewölkung, viel Sonnenschein. Im Vergleich zum Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 schien die Sonne um 25 Prozent mehr. Noch sonniger war zuletzt nur der September 2023 mit einem Sonnenscheinplus von 44 Prozent.