Serienbetrug durch vorgetäuschte Notlage in Wien

21.07.2026 • 13:50 Uhr
Serienbetrug durch vorgetäuschte Notlage in Wien

Ein 41-Jähriger soll seit Mitte April am laufenden Band hilfsbereite Menschen in Wien durch Vortäuschen einer Notlage betrogen haben. Mindestens 70 Mal wurde dem Kroaten von Unbekannten mit Beträgen von 100 bis 600 Euro ausgeholfen, weil er behauptete, er habe sich aus seinem Auto ausgesperrt. Das Versprechen, das Geld umgehend zurückzuzahlen, hielt er nie ein. “Der bisher bekannte Gesamtschaden beläuft sich auf rund 20.000 Euro”, so Polizeisprecherin Anna Gutt am Dienstag.

Der gepflegt und gut gekleidet auftretende Beschuldigte sprach Menschen in Tiefgaragen oder vor Geschäftslokalen an, verwies dabei auf ein meist hochpreisiges Auto – oft ein Porsche oder ein Tesla – und gab vor, sich aus dem Wagen aus- sowie Handy, Geldbörse und Ausweisdokumente eingesperrt zu haben. Er müsse aber dringend zu einem Termin nach Salzburg. So erschnorrte er Geld, das angeblich für die Zugfahrt und die dortige Unterkunft gedacht war.

Bei neuerlichem Versuch geschnappt

“Unter dem Vorwand, den geliehenen Betrag am nächsten Tag zurückzuzahlen oder zu überweisen, brachte er die Geschädigten dazu, ihm Bargeldbeträge zwischen 100 und 600 Euro auszuhändigen”, berichtete Gutt. Der Mann wurde Mitte vergangener Woche in der Innenstadt festgenommen. Zuvor waren ihm Beamte des Stadtpolizeikommandos Innere Stadt schon länger auf den Fersen gewesen, worauf er nun “auf frischer Tat” ertappt wurde. Die Staatsanwaltschaft Wien verfügte seine Einlieferung in eine Justizanstalt.

Die bisherigen Ermittlungen, geführt vom Stadtpolizeikommando Landstraße, legen den Verdacht nahe, dass es noch eine erhebliche “Dunkelziffer weiterer, bisher nicht angezeigter Straftaten” geben dürfte, so die Polizeisprecherin. Mögliche weitere Geschädigte können sich beim Stadtpolizeikommando Landstraße unter der Telefonnummer 01-31310-58252 melden.