Vier Tote nach Houthi-Attacke auf Regierungssitz in Aden

15.10.2026 • 22:06 Uhr

Die pro-iranische Houthi-Miliz hat den Sitz der international anerkannten Regierung im jemenitischen Aden mit Raketen angegriffen und dabei mindestens vier Menschen getötet. Aus Regierungskreisen verlautete, dass mindestens zehn weitere Menschen verletzt worden seien. Regierungschef Shaya Mohsen al-Zindani habe sich während des Angriffs im Präsidentenpalast befunden, sei aber unverletzt. Indes warf Saudi-Arabien dem Iran das Anheizen des Konflikts mit den Houthis vor.

Nach Angaben eines Ministers schlugen drei Raketen in einer Kommandozentrale der jemenitischen Regierungstruppen und zwei weitere im Hauptquartier der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition auf dem Palastgelände ein. Es habe jemenitische und saudi-arabische Opfer gegeben, sagte der Minister, der anonym bleiben wollte.

Wie ein AFP-Journalist berichtete, stieg Rauch über dem Gebäude in Aden auf, Rettungswagen fuhren dorthin. Die Bewohner der im Süden des Landes gelegenen Stadt hatten zuvor berichtet, sie hätten Explosionen gehört. Regierungschef Zindani erklärte in Onlinenetzwerken, die Regierung komme trotz des Angriffs weiterhin ihren Aufgaben nach.

Houthi-Militärsprecher Yahya Saree erklärte, die Kämpfer der Miliz hätten “das Hauptquartier der Militäroperationen des Feindes” Saudi-Arabien innerhalb des Palastes ins Visier genommen. Weiter sagte er, jede “saudi-arabische Militärpräsenz” sei ein “legitimes Ziel”.

Vorwürfe der Saudis an Teheran

Saudi-Arabien warf dem Iran unterdessen vor, die jüngste Eskalation des Kriegs im Jemen zu fördern. “Wir sind der Ansicht, dass die von den Houthis in dieser jüngsten Phase des Konflikts vorangetriebene Eskalation vom Iran gefördert wird”, sagte der saudi-arabische Vizeaußenminister Rayed Krimly am Donnerstag. Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt Riad waren am Samstag 13 Menschen getötet und rund 300 verletzt worden.

Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. Die jemenitische Regierung hatte sich daher 2015 in die Stadt Aden zurückgezogen. Nach einer mehrjährigen Feuerpause ist der Krieg in diesem Jahr erneut aufgeflammt. Zuletzt eroberten die Houthis weitere Gebiete an der Küste des Roten Meeres.