Staatspreis für Kulturpublizistik an Elisabeth von Samsonow

Die Künstlerin, Philosophin und Wissenschafterin Elisabeth von Samsonow (69) erhält den Staatspreis für Kulturpublizistik. Als “eine der bedeutendsten Stimmen der Gegenwart an der Schnittstelle von Kunst und Philosophie in Österreich”, würdigt sie Kulturminister Andreas Babler (SPÖ), der den Preis am 15. September überreicht. Seit 1996 lehrt sie an der Akademie der bildenden Künste Wien, zuletzt als Professorin für Philosophische und Historische Anthropologie der Kunst.
“Seit vielen Jahrzehnten öffnet sie durch ihre künstlerische und schreibende Praxis unerschrocken neue Räume für das Denken von und Experimentieren mit künstlerischen und philosophischen Standpunkten in der Gesellschaft und baut so wertvolle und haltbare Brücken zwischen den Disziplinen”, so Babler am Montag in einer Aussendung. “Elisabeth von Samsonow dehnt Kulturpublizistik auf verschiedene, multimediale Formen des Publizierens aus”, heißt es in der Jurybegründung. “Eine notwendige Selbstreflexion und Neuverfassung der Kultur in Gang zu bringen, ist zugleich auch Teil ihrer performativ-aktivistisch-künstlerischen Praxis, in der sie das Land mit der Stadt neu in Beziehung setzt. (…) Kulturelle Paradigmen werden gegen den Strich gebürstet und neu positioniert, ob bei Ikonen der österreichischen Kunstgeschichte wie Egon Schiele oder in ihrem feministischen Grundlagenwerk ‘Anti-Elektra’. Und sie betont immer die innovative Rolle der Performance für die Kunst in Österreich.”
Publikationen, Ausstellungen, Installationen und Performances
Elisabeth von Samsonow, geboren 1956 in Neubeuern (Oberbayern), studierte Philosophie, katholische Theologie und Germanistik in München und promovierte 1985 über Johannes Kepler. Ihr vielfältiges Werk umfasst zahlreiche Publikationen sowie Ausstellungen, Installationen und Performances.
Der Österreichische Staatspreis für Kulturpublizistik wird im Zwei-Jahres-Rhythmus abwechselnd mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik an eine Persönlichkeit vergeben, “die sich durch hervorragende Beiträge auf dem Gebiet der Kulturpublizistik in Zeitungen und Zeitschriften, in audiovisuellen Medien oder in Einzelpublikationen besonders ausgezeichnet hat”. Zuletzt ging der Preis an Armin Thurnher, Isolde Charim, Thomas Macho und Martin Pollack.