Stocker beginnt mehrtägigen Arbeitsbesuch in China

02.11.2026 • 16:48 Uhr
Stocker beginnt mehrtägigen Arbeitsbesuch in China

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) ist am Montagabend (Ortszeit) in Shanghai eingetroffen. Dort beginnt sein mehrtägiger Arbeitsbesuch in China, wo er auch von Staatschef Xi Jinping empfangen wird. Begleitet wird er von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) sowie von Vertretern heimischer Unternehmen. Mit dem Besuch sollen die diplomatischen Beziehungen vertieft, europäische Interessen vertreten und Chancen für heimische Unternehmen in China ausgelotet werden.

Die erste Etappe der Reise ist in Shanghai, wo Stocker unter anderem an der Internationalen Importmesse (China International Import Expo) teilnehmen wird. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer will in der Volksrepublik neue Aufträge für heimische Betriebe an Land ziehen. Ihn begleiten Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen wie AVL List, Magna, Doppelmayr, voestalpine oder RHI Magnesita.

Rund 650 österreichische Unternehmen sind mit etwa 900 Niederlassungen in der Volksrepublik vertreten. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Apparate und mechanische Geräte. Das bisher ungenutzte Exportpotenzial nach China wird Hattmannsdorfer zufolge bis 2030 auf 5,4 Mrd. Euro geschätzt. Damit könnte das Warenhandelsdefizit mit China etwas verringert werden. Importen aus China in Höhe von 17,5 Mrd. Euro standen im Vorjahr Exporte in die zweitgrößte Volkswirtschaft von lediglich 5 Mrd. Euro gegenüber.

Treffen mit Staatspräsident Xi Jinping und Premier Li Qiang am Freitag

Den politischen Höhepunkt der Reise bilden die Gespräche mit Staatspräsident Xi Jinping und Premierminister Li Qiang, die für kommenden Freitag in Peking angesetzt sind. Am Samstag geht es für die Delegation dann wieder zurück nach Österreich.

Österreich und die Ein-Parteien-Diktatur China feiern heuer 55 Jahre diplomatische Beziehungen und 60 Jahre offizielle Wirtschaftsbeziehungen. Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) hat China heuer aus diesem Anlass im Juni besucht. Im September war Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) auf Einladung des Nationalen Volkskongresses in der chinesischen Hauptstadt. Anlässlich des 55. Jahrestags der Aufnahme diplomatischer Beziehungen gab es bereits einen schriftlichen Austausch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern. Der chinesische Präsident Xi Jinping erklärte in seinem Schreiben an Bundespräsident Alexander Van der Bellen Ende Mai, dass er die Beziehungen zu Österreich “auf eine neue Ebene” heben wolle.