Studie weist auf unterschätze Folgen künftiger Dürren hin

Eine Studie von Wissenschaftern der Universität Innsbruck hat belegt, dass der Einfluss von Dürre in einem künftigen Klima auf Grünlandökosysteme größer ist als angenommen. In einem zweijährigen Experiment zeigten die Forscher des Institutes für Ökologie, dass zusammentreffende Faktoren wie erhöhte CO2-Konzentration in der Atmosphäre, Klimaerwärmung und Dürre zu einer gegenseitigen “überproportionalen Verstärkung” führten, hieß es am Freitag von der Universität.
Diese Erkenntnis hätten erhebliche “Konsequenzen für Klimamodelle”, wurde in einer Aussendung betont. Bisher sei man nämlich davon ausgegangen, dass sich die Faktoren CO2-Konzentration, Klimaerwärmung und Dürre gewissermaßen “aufsummieren” ließen. Dies wurde mit der Studie der Universität Innsbruck nun aber widerlegt, denn die Effekte würden sich vielmehr “gegenseitig verstärken”. Das wiederum bedeute, dass beim Operieren mit dem bisherigen Erkenntnisstand “die Folgen künftiger Dürren systematisch unterschätzt” werden könnten.
Der neue Wissensstand zeige jedenfalls sehr deutlich, dass angesichts des kombinierten Auftretens dieser Faktoren “die Fähigkeit dieser Grünland-Ökosysteme in einem künftigen Klima, zur CO2-Aufnahme an Land beizutragen, geringer sein könnte als angenommen”, erklärte dazu Michael Bahn, Professor am Institut für Ökologie und Leiter der Forschungsgruppe “Funktionelle Ökologie”.
Zweijährige Messungen widerlegten Erwartung
In den zweijährigen Messungen, bei denen CO2- und Wasserflüsse unter kontrollierten Bedingungen in einer Versuchsanlage in der Steiermark erfasst wurden, wurden nämlich Erwartungen de facto widerlegt. Untersucht wurden die Wirkungen auf zentrale Funktionen des Ökosystems, wie etwa die Kohlenstoffaufnahme über die Photosynthese oder die CO2-Abgabe durch die Atmung sowie den Wasserhaushalt. “Eigentlich war zu erwarten, dass bei erhöhtem CO2 Pflanzen Wasser sparen, während Erwärmung den Wasserbedarf erhöht, sodass sich die beiden Effekte in Kombination abpuffern”, führte Bahn aus. Tatsächlich habe aber das Wassersparen aufgrund des Erwärmungseffekts nicht ausgereicht und die negativen Effekte der Dürre hätten sich somit verstärkt.
Während also Dürre unter heutigen Bedingungen “die Kohlenstoffaufnahme bereits deutlich einschränkt”, falle dieser Effekt “unter den simulierten Zukunftsbedingungen mit höheren CO2-Werten und höheren Temperaturen noch stärker aus.” “In einem künftigen Klima verringern Wiesen bei Dürre ihre Kohlenstoffaufnahme viermal so stark wie heute”, führte Bahn aus.
Allgemeingültigkeit erst durch “ähnliche Experimente” zu klären
Ob sich diese Befunde und Erkenntnisse aus den Experimenten, die als Studie im Fachmagazin “Science Advances” erschien, auch “auf anderen Klimazonen und Ökosysteme übertragen lassen”, müsse allerdings erst “durch ähnliche Experimente geklärt werden”, dämpfte Bahn zugleich mögliche Erwartungen nach Allgemeingültigkeit und Verallgemeinerbarkeit. Klar sei aber nach der Studie, dass “die Auswirkungen kombinierter Klimafaktoren auf Ökosysteme” in Zukunft “systematischer untersucht werden müssten, um die globalen Folgen genauer abschätzen zu können”, strich der Experte heraus.
(S E R V I C E – Studie: )