Sudan: Zehn Tote bei Angriffen auf Unterkünfte

02.10.2026 • 22:15 Uhr

Im Sudan sind in dieser Woche nach Angaben von Menschenrechtlern und Ärztinnen mindestens zehn Menschen bei zwei Drohnenangriffen auf ein Studierendenwohnheim und eine Unterkunft für Binnenvertriebene getötet worden. Am Mittwoch habe eine Drohne das Wohnheim der Universität von Kordofan in der Stadt al-Obeid getroffen, fünf Menschen seien getötet und 47 Menschen verletzt worden, teilte die sudanesische Organisation Emergency Lawyers Group am Freitag mit.

Nach Angaben von Mitarbeitern eines Krankenhauses und aus Regierungskreisen traf tags darauf eine weitere Drohne ein Flüchtlingsheim in al-Obeid. Dabei wurden demnach fünf Menschen getötet und 13 Menschen verletzt.

Der Vertreter der Regionalregierung von Nord Kordofan machte die RSF-Miliz für den Angriff auf das Flüchtlingsheim verantwortlich, in dem sich Binnenflüchtlinge aufhielten. Die Miliz äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorwurf.

Gefechte dauern an

Im Sudan liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines ehemaligen Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte. In dem Krieg im drittgrößten Land Afrikas wurden bereits mehr als 200.000 Menschen getötet, mehr als 13 Millionen Menschen wurden vertrieben. Beiden Seiten werden Kriegsverbrechen zur Last gelegt, darunter Angriffe auf Zivilpersonen.