Syrien schließt Frauen aus bestimmten Uni-Kursen aus
Eine Entscheidung von Syriens Regierung zum Ausschluss von Frauen von bestimmten Universitätskursen hat im Land offene Kritik an den islamistischen Behörden ausgelöst. Lehrer Ahlam Othman nannte die Beschränkungen diskriminierend und “ein zusätzliches Hindernis für Frauen”. Die Maßnahmen sehen unter anderem vor, dass an der Nationalen Universität für Verteidigungsstudien in Damaskus mehrere Fächer wie Wirtschaftsmanagement und Sozialwissenschaften nur Männern offensteht.
An der Syrischen Universität für Sicherheitsstudien ebenfalls in der Hauptstadt Damaskus sind Frauen nur zur Fakultät für Cyber-Sicherheit zugelassen. An der größten Uni des Landes, der Universität von Damaskus, sind Frauen indes weiter für alle Studiengänge zugelassen. Die Beschränkungen betreffen zwei Hochschulen, die in diesem Jahr von den neuen islamistischen Behörden unter Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa gegründet wurden.
Uni-Anwärterin Israa Sallum sagte, die Beschränkungen würden zwar nicht ihre Studien betreffen. Niemand habe aber das Recht, sie zu “zwingen, eine bestimmte Disziplin zu wählen oder von einer anderen auszuschließen”.
Zahlreiche Einschränkungen für Frauen
Auch in anderen Teilen Syriens gibt es im Bildungssystem Einschränkungen für Frauen. In der nordwestlichen Provinz Idlib, die als Hochburg der Islamisten galt, werden Frauen nicht für Fernseh- und Radiokurse zugelassen. In Rmeilan im Nordosten, der lange unter kurdischer Kontrolle war, dürfen Frauen nicht mehr an einem Öl- und Gas-Institut lernen.
Nach dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Bashar al-Assad im Dezember 2024 durch islamistische Gruppen unter der Führung von al-Sharaas HTS-Miliz hatten die Islamisten die Regierung in Damaskus übernommen. Damit endete in dem Land auch ein 13 Jahre währender Bürgerkrieg, der Millionen Menschen in die Flucht getrieben hatte.
Die Regierung von al-Sharaa bemüht sich um ausländische Unterstützung beim Wiederaufbau. Die neue Führung hat dazu versichert, sie werde die Minderheiten im Land schützen.